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Im Rahmen des Semesterthemas „Ökonomie und Geschlecht“ zeigt der Kunstraum Lakeside eine Ausstellung des slowenischen Künstlers Tadej Pogačar. CODE:RED ist ein seit 1999 fortlaufendes Projekt der transdisziplinären Zusammenarbeit, Forschung und Diskussion zu informellen Ökonomien, Formen des Aktivismus und der Selbstorganisation von urbanen Minderheiten im Kontext von Sexarbeit und Menschenhandel. Daspu (brasil.: „von den Huren“) ist ein Modelabel, das 2005 von der Prostituiertenorganisation Davida kreiert wurde, um über diese Form der kreativen Öffentlichkeitsarbeit für die Anerkennung und die Bürgerrechte von Sexarbeiterinnen aufzutreten. Daspu ist eine Anspielung auf die Nobelboutique „Daslu“ in Sao Paulo, die als das Mekka der brasilianischen Modewelt gilt. Mittlerweile arbeitet Davida mit bekannten Designern und Models zusammen und erreicht so, wie auch in der Kollaboration mit Künstlern wie Pogačar, eine breite Öffentlichkeit für ihre Ziele der gesellschaftlichen Emanzipation und rechtlichen Sicherstellung von Frauen in einem Bereich der Ökonomie, der trotz seiner bedeutenden Rolle als illegitim aus der Gesellschaft hinausgedrängt wird.

Tadej Pogačar, geb. 1960 in Ljubljana, ist Künstler, Autor und Kurator. Er ist Gründer und Leiter des P.A.R.A.S.I.T.E. Museum of Contemporary Art, einer virtuellen kritischen Institution, die seit 1993 existiert. Seine Projekte umfassen Forschung, Interventionen im städtischen Raum und die Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Minderheiten. Er ist ein Theoretiker des Neuen Parasitismus, einem Modell alternativer Kultur- und Sozialarbeit. Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen hat er seine Arbeit während der letzten Jahre u.a. bei den Biennalen von Istanbul, Sao Paulo, Venedig und Tirana präsentiert.

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CODE:RED BRASIL, Daspu / Daslu, 2006-2008
Kuratoren: Christian Kravagna, Hedwig Saxenhuber

Künstler: Tadej Pogacar & P.A.R.A.S.I.T.E. Museum of Contemporary Art
in Zusammenarbeit mit DAVIDA