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VORSICHT KINDER! geliebt, geschützt, gefährdet

Ort: Humboldt-Box

Das Humboldt Forum verschiebt die Laufzeit von Vorsicht Kinder! geliebt, geschützt, gefährdet um einen Monat. Besucher können die Ausstellung vom 7. Juli 2017 bis 14. Januar 2018 in der Humboldt-Box am Schlossplatz 5 in Berlin-Mitte erleben. Die Eröffnungsveranstaltung findet am Donnerstag, den 6. Juli 2017, um 19 Uhr im Kino International statt. Über die Leitmotive der Ausstellung sprechen die Gründungsintendanten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp mit internationalen Gästen.

„Der Schutz der Kinder hat absolute Priorität in allen Kulturen: Nur so kann eine Gesellschaft überleben. Es ist ein weltweites und kulturübergreifendes Thema der Menschheit, das das Humboldt Forum auf einzigartige Weise anhand der Berliner Sammlungen erforschen und vermitteln kann.“ Neil MacGregor

Das Verhältnis zum Kind ist ein starker Indikator für die innere Bindung gesellschaftlicher Gruppen und Kulturen. Über lange Zeit galt das Kind in Europa als eine Miniaturform des ausgewachsenen Menschen: als kleiner Erwachsener. Diese Grundbestimmung ist in jüngerer Zeit darin umgeschlagen, dass es Erwachsenen nicht nur gestattet ist, sich wie Kinder zu verhalten, sondern dass sie darin bestärkt werden. In beiden Fällen liegen gegensätzliche Vorstellungen von regulärem Verhalten vor.

Ähnliche Spannungen bestimmen die Hauptfunktion, mit denen Kinder umgeben werden müssen: ihr Schutz. Seit jeher ist die Versorgung von Kindern mit ausreichender Ernährung sowie eine spielerische Einübung in die Erwartungen der Erwachsenenwelt ein Grundkonsens. Allerdings ist dieser Anspruch in großen Teilen der Welt keineswegs erfüllt – oft ist er durch äußere Bedingungen oder inneren Zwist unmöglich.

Welcher Schutz ist gut für jedes einzelne Kind? Auch wo die Schutzfunktion erfüllt werden kann, birgt sie die Gefahr der Einengung. Dieser Zwiespalt wird in der Extremsituation von Flucht besonders deutlich. Gefahr, Schutz und schützende Bedrängung liegen selbst in gewöhnlichen Zeiten dicht beieinander. Bildung und Zwang, Freiheit und Bindung, Rückzugsräume und Migration entscheiden über Wohl und Wehe von Kindern. Diese dreifache Bestimmung fand ihren symbolischen Niederschlag in Ritualen, Objekten und Mythen von übernatürlichen Mächten und Kräften.

Anhand von rund 160 ausgewählten Objekten aus Berliner Sammlungen sowie aktuellen künstlerischen Arbeiten beleuchtet die Ausstellung schlaglichtartig unterschiedliche Aspekte des Schutzes von Kindern. Dabei begegnen sich die Perspektiven aus der Antikensammlung, dem Ethnologischen Museum, dem Museum Europäischer Kulturen und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin sowie aus dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin und der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

„Vorsicht Kinder! geliebt, geschützt, gefährdet“ ist die zweite Ausstellung des Humboldt Forums unter der Gründungsintendanz von Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp. Sie steht exemplarisch für die kooperative Herangehensweise des Humboldt Forums und zeigt, welche Ideen und Themen im künftigen Humboldt Forum von zentraler Bedeutung sein werden: Kultur, Natur, Migration, Religion und Globalisierung. Das Humboldt Forum vermittelt neues Wissen disziplinübergreifend und durch aktive Mitwirkung. Zusätzlich werden die Inhalte der Ausstellung über Diskussionen, Vorträge, Führungen und Workshops in verschiedenen Sprachen vertieft.

Wer die Welt verstehen will, geht ins Humboldt Forum. Bis zur Fertigstellung des Berliner Schlosses weitet das Humboldt Forum seinen Wirkungskreis mit einem vielfältigen Programm aus. Als Forum für die Bürger öffnet sich das Humboldt Forum nicht nur räumlich nach allen Seiten, es lädt auch alle zum Austausch über die Inhalte ein. Hauptakteure sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst, die Kulturprojekte Berlin mit dem Stadtmuseum Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin. Gemeinsam präsentieren sie eine einzigartige Konzentration an Alltagsgegenständen, spirituellen Objekten und Kunstwerken in Verknüpfung mit Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sowie einer neuartigen Präsentation. Das Humboldt Forum startet jetzt!

Konzeption, Planung und Vorbereitung des kulturellen Betriebs des Humboldt Forums werden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Monika Grütters gefördert.