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Bewegung im Quadrat


22.10.06-11.03.06

Museum Ritter
MUSEUM RITTER
Sammlung Marli Hoppe-Ritter
Alfred-Ritter-Str. 27
71111 Waldenbuch
Deutschland
info@museum-ritter.de
homepage


Bewegung im Quadrat
Das Quadrat in Malerei, kinetischer Kunst und Animation
Kuratorin: Gerda Ridler

mit Yaacov Agam, Josef Albers, Angela Bulloch, Pol Bury, Hartmut Böhm, Gianni Colombo, Carlos Cruz-Diez, Dadamaino , Dunja Evers, Karl Gerstner, Camille Graeser, Gerhard von Graevenitz, Marguerite Hersberger, Markus Huemer, Adolf Luther, Heinz Mack, Christian Megert, Manfred Mohr, François Morellet, Bruno Munari, Bridget Riley, Diet Sayler, Jesús Rafael Soto, Alexander Stublic, Jean Tinguely, Günther Uecker, Victor Vasarely, Jean-Pierre Yvaral ...


Bewegung ist ein zentrales Thema der Bildenden Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Ausstellung „Bewegung im Quadrat! Das Quadrat in Malerei, kinetischer Kunst und Animation“ gibt am Beispiel des Quadrats Einblicke in das große Feld des Kinetischen und Optisch-Bewegten und spürt der spannenden geschichtlichen Entwicklung wie dem Interesse jüngerer Künstler an dieser Thematik nach. Mit etwa 70 Arbeiten stellt die Schau ausgewählte Positionen aus dem weiten und heterogenen Gebiet der „Kunst in Bewegung“ vor.

Der Begriff der Bewegung wird dabei weit gefasst und meint sowohl die Darstellung von Bewegung, die Vorstellung oder Illusion von Bewegung, die durch unterschiedlichste optische Phänomene hervorgerufen werden kann. Sei es durch Licht und Schatten, die Bewegung des Betrachters, oder die seiner Augen und schließlich die tatsächliche Bewegung der Werke mittels eigener Antriebe oder durch Anstoß von außen. Malerische Positionen sind in der Ausstellung ebenso vertreten wie lichtkinetische Arbeiten, Objektkästen und bewegte Plastiken, Videos, Installationen und Computeranimationen.

Basis der Ausstellung bildet die Sammlung Marli Hoppe-Ritter. Ergänzt wird die Schau mit Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen, unter anderem dem Tinguely Museum Basel, dem Städtischen Museum Gelsenkirchen, dem Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, sowie privaten Sammlungen aus Stuttgart, Saarbrücken, Münster.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts experimentierten Futuristen und Konstruktivisten mit dem Thema der Bewegung. Der endgültige Bruch mit dem Statischen erfolgt jedoch erst Mitte des Jahrhunderts mit der Künstlergruppe „Le Mouvement“, die in den 1950er Jahren Bewegung als neues gestalterisches Element in die Bildende Kunst einführte. Die Ausdrucksgestaltung von Malerei und Skulptur wird dynamisiert, Kunstwerke werden in Bewegung versetzt, statische Bildordnungen verwandeln sich in pulsierende Oberflächen und erweitern sich in den Raum. Energie, Bewegung und Licht werden die neuen künstlerischen Sprachmittel.

Die Ausstellung beginnt zeitlich in dieser Epoche und stellt frühe Arbeiten der französischen Gruppe „Le Mouvement“ (Pol Bury, Yaacov Agam, Jésus Rafael Soto, Jean Tinguely) und der italienischen „Arte Programmata“ (Gianni Colombo, Grazia Varisco, Gabriele de Vecchi, Alberto Biasi und Bruno Munari) vor. Künstlergruppen wie „ZERO“ (Günther Uecker, Heinz Mack) oder „GRAV“ (Francois Morellet, Joel Stein, Jean-Pierre Yvaral, Horacio Garcia Rossi) verfolgen fortan das Ziel, den Betrachter am künstlerischen Prozess zu beteiligen und seine Sinneseindrücke durch optisch-kinetische Reize zu inspirieren. Folglich verändert sich auch die Wahrnehmung, sie ist nicht mehr statisch, sondern wird durch dynamische Licht- und Bewegungseffekte relativ.

Ungewohnte Wahrnehmungsphänomene und neue optische Täuschungen erzeugt die malerische Op Art (Victor Vasarely, Bridget Riley, Manfredo Massironi, Dadamaino, Ludwig Wilding). Bewegung findet hier immateriell und ausschließlich in den Köpfen der Betrachter statt. Manche Kunstwerke werden nur durch die Bewegung des Betrachters erfahrbar und realisieren sich erst in der Aktion oder Imagination des Rezipienten.

Neben kinetischen Objekten und optischen Wahrnehmungsphänomenen bilden die Bewegung des Betrachters als auch gemalte und plastische Bewegungen einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Durch die eigene Bewegung des Betrachters werden die Arbeiten von Yaacov Agam, Karl Gerstner oder Carlos Cruz-Diez in einem Prozess der steten Veränderung wahrgenommen. Michael Kidner, Vera Molnar, Camille Graeser und Diet Sayler erzeugen in ihren Arbeiten den Eindruck von Dynamik, ebenso wie Josef Albers in der Schichtung geometrischer Elemente tiefenräumliche Wirkungen erzielt.

Ein erneutes Interesse an den Möglichkeiten des Kinetischen und der Erforschung von Wahrnehmungsstrukturen lässt sich in der zeitgenössischen Kunst beobachten. Einige Künstlerinnen und Künstler der jüngeren Generation haben eigens für die Ausstellung im MUSEUM RITTER neue Arbeiten entworfen. Betritt man das Museum durch das Foyer wird man dort von einer auf Quadraten basierenden Wandarbeit von Sabine Laidig empfangen. Sabine Straub hat für den Treppenaufgang eine Installation aus schwebenden Kuben entwickelt und Vanessa Henn spielt mit dem Thema Bewegung durch das Material, das sie verwendet.

Besondere Bedeutung erlangt die Lichtinstallation der österreichischen Künstlerin Waltraut Cooper, die den kubischen Bau des MUSEUM RITTER mit einem Lichtquadrat zum Leuchten bringt.

Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit bewegter Kunst zum Thema Quadrat von 1960 bis heute. Durch die Bewegung treten Kunstwerk und Betrachter in eine dynamische Wechselbeziehung, die in der Ausstellung auf vielfältige und spannende Weise erlebbar gemacht wird.

Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-englisches Katalogbuch mit Audio-CD im Wunderhorn Verlag.

Im Rahmen der Ausstellung finden zahlreiche Themenführungen und Künstlergespräche statt.

Pressetext