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Subversive Praktiken


30.05.09-02.08.09

Württembergischer Kunstverein
WKV - Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2
70173 Stuttgart
Deutschland
fon 0711/223370
info@wkv-stuttgart.de
homepage


Subversive Praktiken
Kunst unter Bedingungen politischer Repression
60er–80er / Südamerika / Europa

Idee, Konzept: Iris Dressler, Hans D. Christ
Co-Kuratoren: Ramon Castillo / Paulina Varas, Fernando Davis, Cristina Freire, Sabine Hänsgen, Miguel Lopez / Emilio Tarazona, Ileana Pintilie Teleaga, Valentin Roma / Daniel Garcia Andujar, Annamaria Szöke / Miklos Peternak, Anne Thurmann-Jajes

Künstler: Carlos Altamirano, Gabor Altorjay, Angelo de Aquino, Luis Arias Vera, Artur Barrio, Laszlo Beke, Teresa Burga, CADA , Ulisses Carrion, Grupo Chaclacayo, Dalibor Chatrny, Attila Csernik, Guillermo Deisler, Eugenio Dittborn, Juan Downey, Jorge Eielson, Diamela Eltit, Miklos Erdely, Roberto Evangelista, Constantin Flondor, Fernando Franca Cocchiarale, Enric Franch, Carlos Ginzburg, Ion Grigorescu, Rafael Hastings, Paulo Herkenhoff, Emilio Hernandez Saavedra, Taller E.P.S. Huayco, Joseph Huber, Indigo Group , Iosif Kiraly, Jiri Kocman, Kollektive Aktionen, Carlos Leppe, Gastao de Magalhaes, Francisco Mariotti, Alfredo Marquez, Fernando Marza, Gonzalo Mezza, Ivonne von Mollendorff, Antoni Muntadas, Paul Neagu, Clemente Padin, Leticia Parente, Grupo Parentesis, Catalina Parra, Gyula Pauer, Luis Pazos, Perforationsartisten, Dan Perjovschi, Julio Plaza, Feliks Podsiadly, Robert Rehfeld, Ruth Rehfeld, Herbert Rodriguez, Juan Carlos Romero, Lotty Rosenfeld, Jesus Ruiz Durand, Juan Javier Salazar, Grupul Sigma, Petr Stembera, Tamas Szentjoby, Grup de Treball , Regina Vater, Sala Vincon, Cecilia Vicuna, Edgardo Antonio Vigo, Krzysztof Wodiczko, Horacio Zabala ...


Pressetext:

Vom 30. Mai bis 2. August 2009 widmet sich der Württembergische Kunstverein in Stuttgart experimentellen und konzeptuellen Kunstpraktiken, die von den 1960er bis 1980er Jahren unter den Bedingungen von Militärdiktaturen und kommunistischen Regimes in Europa und Südamerika entstanden sind. Die Ausstellung, die über 70 künstlerische Positionen umfasst, sowie das in diesem Rahmen geplante Begleitprogramm, wurden von einem dreizehnköpfigen internationalen Kuratorenteam in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstverein in einem zweijährigen Prozess entwickelt.

In neun Sektionen fokussiert die Ausstellung die unterschiedlichen Kontexte und Strategien der künstlerischen Produktion sowie ihre Positionierung gegenüber den politischen wie kulturellen Repressionen in der DDR, Ungarn, Rumänien, der UDSSR, Spanien (unter Franco), Chile, Brasilien, Argentinien oder Peru. Dabei geht es gleichermaßen um die Besonderheiten in sowie die Beziehungen zwischen den verschiedenen zeitlichen und lokalen Umfeldern.

Die Ausstellung unternimmt den Versuch einer verschobenen Kartografie und eines erweiterten Verständnisses konzeptueller Kunstpraktiken, die sich jenseits des anglo-amerikanischen Kanons etabliert haben. Dabei werden insbesondere deren interdisziplinäre, kollaborative und gesellschaftspolitische Potenziale hervorgehoben: das heißt die Grenzverschiebungen, die sie zwischen Bildender Kunst, Politik, Gesellschaft, Wissenschaften, Architektur, Design, Medien, Literatur, Bühne, Aktivismus etc. hervorgebracht haben.

Es geht zudem um künstlerische Praktiken, die nicht nur den tradierten Kunstbegriff, die Institutionen sowie das Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit radikal in Frage stellten, sondern die zugleich auf subversive Weise Strukturen der Zensur hintertrieben und gegen die bestehenden Machtsysteme opponiert haben. Die Aneignung von Kommunikationssystemen hat dabei eine besondere Rolle für die Etablierung der weitverzweigten Netzwerke zwischen (Ost)Europa und Lateinamerika gespielt.

Anstelle einer homogenen lückenlosen Narration geht es der Ausstellung um eine Reflektion und Konfrontation bestimmter Ansätze, Situationen, Frage- und Problemstellungen. Nicht die Rückführung ausgeblendeter künstlerischer Positionen in den bestehenden Kanon steht dabei im Vordergrund, sondern die Infragestellung kanonisierender Kunstdiskurse selbst.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes setzt sich mit dem Problem der Präsentation von konzeptuellen Praktiken und ihren gleichermaßen ephemeren wie prozessualen, zeit- und ortspezifischen Dimensionen auseinander. Entwickelt werden Präsentationsformate, die eine sinnliche Erfahrung zulassen und dabei zugleich der Radikalität der künstlerischen Arbeiten gerecht werden.

Anstelle der Konzeption eines übergreifenden und homogenisierenden Designs werden die verschiedenen KuratorInnen für ihre Ausstellungssektionen jeweils eigene Präsentationsmodelle entwickeln. So wird die Ausstellung nicht nur verschiedene Ansätze der Wiederaufführung konzeptueller Praktiken vorstellen, sondern als ein vielstimmiger Parcours, als eine mehrdimensionale Kartografie erfahrbar.


KünstlerInnen
Carlos Altamirano, Gábor Altorjay, Ângelo de Aquino, Luis Arias Vera, Artur Barrio, László Beke (Archiv), Teresa Burga, CADA, Ulisses Carrión, Grupo Chaclacayo, Dalibor Chatrný, Attila Csernik, Guillermo Deisler, Eugenio Dittborn, Juan Downey, Jorge Eielson, Diamela Eltit, Miklós Erdély, Roberto Evangelista, Constantin Flondor, Fernando França Cocchiarale, Enric Franch (Archiv), Carlos Ginzburg, Ion Grigorescu, Rafael Hastings, Paulo Herkenhoff, Emilio Hernández Saavedra, Taller E.P.S. Huayco, Joseph Huber, Indigo Group, Iosif Kiraly, Jiri Kocman, Kollektive Aktionen, Carlos Leppe, Gastão de Magalhães, Francisco Mariotti, Alfredo Márquez, Fernando Marzá (Archiv), Gonzalo Mezza, Ivonne von Mollendorff, Muntadas, Paul Neagu, Clemente Padín, Letícia Parente, Grupo Paréntesis, Catalina Parra, Gyula Pauer, Luis Pazos, Perforationsartisten, Dan Perjovschi, Julio Plaza, Féliks Podsiadly, Robert Rehfeld, Ruth Rehfeld, Herbert Rodríguez, Juan Carlos Romero, Lotty Rosenfeld, Jesús Ruiz Durand, Juan Javier Salazar, Grupul Sigma, Petr Stembera, Tamás Szentjóby, Grup de Treball, Regina Vater, Sala Vinçon (Archiv), Cecilia Vicuña, Edgardo Antonio Vigo, Krzysztof Wodiczko, Horacio Zabala
und andere

Idee und Konzept
Iris Dressler, Hans D. Christ

KokuratorInnen
Ramón Castillo / Paulina Varas (Santiago de Chile / Valparaíso); Fernando Davis (Buenos Aires); Cristina Freire (São Paulo); Sabine Hänsgen (Köln); Miguel Lopez / Emilio Tarazona (Barcelona / Lima); Ileana Pintilie Teleaga (Timisoara); Valentín Roma / Daniel García Andújar (Barcelona); Annamária Szöke / Miklós Peternák (Budapest);
Anne Thurmann-Jajes (Bremen)