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Abschüssige Heiterkeit


23.07.10-05.09.10

Galerie Jacky Strenz
Kurt Schumacher Str. 2
60311 Frankfurt
Deutschland
fon +49. 69. 21 99 98 70
office@jackystrenz.com
homepage


Abschüssige Heiterkeit

Künstler: Max Brand, Matthias Dornfeld, Gregor Hylla, Maria Loboda



Pressetext:

Um seiner Freude an ungebremster Farbigkeit und anarchischen Formen Anknüpfungspunkte zu liefern, beginnt Max Brand seine Materialschlachten mit der Anfertigung des Spielfeldes. Durch lockeres Applizieren unterschiedlicher Stoffstücke entsteht eine dreidimensionale Struktur, die in das spezifische Verhalten der mal pastosen, mal gesprühten Farbe den kontrollierten Zufall einfügt: Nähte, Falten, Löcher leiten den Farbverlauf.
Aus diesem Urzustand der Gestaltungsmittel treten wiedererkennbare Elemente hervor, die sich mit solcher Entschlossenheit über lose Lappen und knotige Krusten hinwegsetzen, dass sich der Verdacht geheimer Botschaften aufdrängt. Welches Gewicht lastet auf der Ente? Und warum widersetzen sich die Grundfarben im Destillierkolben traditionellen Farb-Form-Zuordnungen? So lösen die über der Wildnis schwebenden Figuren eine Fahndung nach semantischen Untiefen aus.

Die bei Brand nebeneinander liegenden und somit nachvollziehbaren Schritte vom Suchen zum Finden sind bei Matthias Dornfeld als einander überlagernde Schichten mehr ahn- als sichtbar. Dornfelds figurative Motive sind Endstufe einer Entwicklung, die noch unterhalb der Fläche rumort.Keine der menschlichen Figuren lässt sich auf Blickkontakt ein. Die einen, weil wir sie im Profil sehen, und auch die sich uns frontal zuwendenden weichen aus. So sind Dornfelds Bildnisse nie Porträt, sondern stets überindividuell – reine Typen, doch von zwingender Eindringlichkeit.
Ihre Ähnlichkeit mit archaischen Idolen resultiert aus der Strenge, mit der Details zu Flächen zusammen gefasst, und Gestik und Mimik zu maskenhafter Regelmäßigkeit begradigt ist. Locken, Falten und kleinteilige Strukturen sind unter einer abstrahierenden, fast undurchsichtigen Farbschicht nur mehr zu vermute

Aufgrund ihrer kantigen Flächigkeit bilden Dornfelds Schemen das Scharnier zwischen dem Aufruhr, den Brands Objekte um sich verbreiten, und der Disziplin, mit der sich Gregor Hyllas konkrete Malerei in sich zurückzieht. Die exakte Umsetzung ausgeklügelter Konzepte ergibt eine Gliederung der Bildfläche in horizontale, vertikale und diagonale Zonen in den Grundfarben sowie weniger Mischungen. Gedeckte Töne dominieren, ungebrochene treten nur in kleinem Umfang in Erscheinung - auf größeren Flächen ist ihre Leuchtkraft verdunkelt und vertieft. Nachträglich auf vormals farbige Flächen aufgebracht, lässt Weiß die darunterliegende Schicht als Tönung erkennen. So wirkt es weniger als Farbe denn als Lücke, ohne dabei einen illusionären Raumeindruck zu erzeugen.
Insgesamt verdankt sich Hyllas Konzentration auf wenige Formen und Farben einer bewussten Entscheidung für Malerei – samt ihrer Eigenheiten. Weit davon entfernt, eine diesem Medium widersprechende Perfektion zu behaupten, setzt er ganz auf die ihr eigenen Effekte, wie sie etwa durch Trocknen und Gerinnen der Pigmente oder ähnliche Reaktionen entstehen.

Auf dem Raster bauen auch Maria Lobodas Collagen auf, doch wird die Gewebestruktur von tänzerischen Fremdkörpern überlagert. Unregelmäßig konturierte Formen bewegen sich über dem Geflecht und erzeugen so einen Luftraum vor dem Teppich aus miteinander verspannten Linien. Ihre Präsentation auf grauem Textil betont die stoffliche Machart der Gebilde und bindet die zweidimensional wirkenden Arbeiten in Lobodas vorwiegend innenarchitektonisches Werk ein.
Von ihrem Interesse für die Verbindung von handwerklicher Sorgfalt und spiritueller Symbolik zeugt auch The same Cabinet with it's Doors Open: Zwei Objekte aus Buchenholz, die sich aufgrund ihrer überlangen Beine der Bezeichnung Schränkchen entziehen.
Mit roten Korallen anstelle eines Griffs versehen, drängt sich angesichts dieser wenig funktionalen Grazien ohnehin eher die Assoziation an sakrale Gefäße auf, galt doch die Koralle aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Schlangenhaar der Medusa einst als unschlagbar zur Abwehr des Bösen Blicks. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man diesem mit allen magischen Wassern gewaschenen Türsteher getrost das Bewachen eines geheimen Raums anvertrauen – sogar bei angelehnter Tür.