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Die Galerie freut sich, ab dem 28. April bis zum 25. Juni 2011 eine zweite Einzelausstellung des Künstlers Martin Flemming mit dem Titel In the belly of an architect in ihren Räumen zu präsentieren. Die Eröffnung findet am Mittwoch, dem 27. April von 19 bis 21 Uhr statt.

Mit der Arbeit Komposition in Grau (rue de béton), die im Sommer 2010 das erste Mal in Form eines Filmes präsentiert wurde und sich seitdem in ständiger Weiterentwicklung befindet, setzt sich Martin Flemming mit Formensprachen der Moderne auseinander. Die Arbeiten in der Ausstellung mäandrieren durch vielfältige Zustände, Materialien und Bedeutungs-zusammenhänge: Ein Film zeigt Formen, die sich in unzähligen Spiegelungen eines Kaleidoskops brechen, begleitet vom Rattern eines Projektors. Aus den bewegten Bildern des Films greift der Künstler einzelne Momentzustände skizzenhaft heraus und lässt sie in Form von Objekten in die Dreidimensionalität eintreten. Wie zufällig gestrandet ragen mehrere dieser geometrischen Körper aus dem Boden des Ausstellungsraums. Eine 4x12m große Wandzeichnung hält wiederum einen Moment des bewegten Formenspiels fest, diesmal jedoch als zweidimensionales Ornament. Kaleidoskop bedeutet wörtlich übersetzt schöne Formen sehen. Der Künstler greift in seinen Arbeiten verschiedene Formen und Strömungen der Moderne auf, die sich zu einer neuen und veränderten Komposition verbinden. Sie beinhaltet Anklänge an ornamentale und architektonische Formensprache, der Film stellt eine Verbindung zu frühen Experimentalfilmen aus den 1920er Jahren her. Auf das mathematische Spiegelungsprinzip eines Kaleidoskops zurückgreifend, entwickelt Flemming so eine konstruktive und zugleich spielerisch-zufällige Strategie der Formfindung. Sie generiert und reflektiert in mehreren Stufen und unterschiedlichen Medien charakteristische Elemente des Brutalismus, wie dessen gebrochene Sichtbeton-Oberflächen oder die geometrische Körperlichkeit der Architektur. Alle Elemente sind dabei verbunden durch die Farbe Grau. Sie ist ein visueller Reiz, dunkler als Weiß, heller als schwarz, irgendwo in between ohne eigene Farbe: eine unbunte Farbe. Die Bezeichnung der einzelnen Stufungen wie reingrau oder neutralgrau soll betonen, dass kein Farbstich vorliegt; lediglich die Helligkeit macht ihren besonderen Charakter aus. Die kreative Potenz liegt im Licht - und in der Reaktion des Betrachters.

Martin Flemming
In the belly of an architect