artists & participants

Max AckermannJosef AlbersPierre AlechinskyGetulio AlvianiRichard AnuszkiewiczHans ArpEduard BargheerEduard BargheerEugen BatzUlrich BehlRudolf BellingHubert BerkeHerbert BesselMax BillFriedrich BöhmeHelmut BruchAntonio CalderaraRolf CavaelEduardo ChillidaWalter DexelPiero DorazioUgo DossiWerner DrewesUlrich ErbenLyonel FeiningerGerhard FrömelGünter FruhtrunkWinfred GaulLudwig GebhardJohannes GeccelliRupprecht GeigerWerner GillesRaimund GirkeEugen GomringerFriedrich GräselOtto Herbert HajekAl HansenErwin HeerichTimo HeimannBarbara HepworthJohannes IttenGeorg Jakob BestWassily KandinskyTheo KergIda KerkoviusPaul KleeDiethelm KochNorbert KrickeThomas LenkJosef LinschingerVerena LoewensbergRichard Paul LohseHeinz MackMax MahlmannGerhard MarcksLienhard von MonkiewitschHenry MooreFrancois MorelletErnst Wilhelm NayBrian O´DohertyGeorg Karl PfahlerOtto PieneSerge PoliakoffHeinz-Günter PragerLothar QuinteCaspar Walter RauhAnna ReckerHelene ReimannHans Peter ReuterBridget RileyFred SandbackDiet SaylerChristian SchadTomas SchmitHD SchraderJesus Rafael SotoAnton StankowskiKurt TeuscherA. D. TrantenrothHann TrierGünther UeckerTimm UlrichsPhilipp ValentaVictor VasarelyGerhard von GraevenitzHasso von HenningesPeter WeberLudwig WertenbruchFritz WinterOssip Zadkine 

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Platons Erben – Abstaktion / Konkretion / Konzeption
10.03.2019 - 19.05.2019

Die erste Ausstellung zum 20. Museumsgeburtstag zeigt Werke von Künstlerinnen und Künstlern der Moderne, die ihr Werk der Abstraktion, Konkretion und Konzeption widmeten. Die Moderne gilt als Symbol für den technischen und intellektuellen Aufbruch in eine neue Zeit. Die Kunst dieser Zeit ist untrennbar mit diesen gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden. Zwischen den Kriegen begleiteten viele, vor allem abstrakt arbeitende Künstler den Aufbruch in eine neue Gesellschaftsform mit pädagogischen Konzepten für eine neue Kunst – und für einen neuen Menschen. Konkrete Kunst heute geht weit über van Doesburg hinaus. In zahlreichen, recht unterschiedlichen Ausprägungen hat sie ihren Ort heute manchmal abseits vom Mainstream der Kunstszene und mit einer fließenden Grenze zur Konzeptkunst.

Oft wird die Kunst der Moderne mit der Entwicklung “ungegenständlicher“ Kunst gleichgesetzt, also einer Kunst, die sich dem Abbild der Wirklichkeit und einer Narration von Geschichte und Geschichten verweigert. Allerdings lässt sich mit Recht fragen, ob es eine bildende Kunst ohne Gegenstand überhaupt geben kann? Vertreter der abstrakten, konkreten und auch konzeptionellen Kunst stellen Fragen an den schöpferischen Prozess, an die Wahrnehmung der Wirklichkeit und an das Bild. Es geht – wie schon in Platons Höhlengleichnis – um grundsätzliche Wahrnehmungsfragen. Was ist sichtbar, was bleibt unsichtbar? Kann man das Unsichtbare erfahren, gar sichtbar, erfahrbar machen? Es sind dies Fragen nach der Realität ebenso wie nach dem Realismus in der Kunst. Josef Albers‘ programmatische Antwort – „I want to open Eyes“ – auf die Frage einer seiner amerikanischen Studenten nach seinem Konzept reflektiert dies.

In den Sammlungen des Kunstmuseum Bayreuth gibt es eine Reihe von Werken von bekannten Künstlerinnen und Künstlern abstrakter, konkreter und konzeptioneller Kunst, die noch nie gemeinsam ausgestellt wurden. Ausstellung und Publikation lassen diese Werke nun erstmals zusammen sichtbar werden.

In der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung und in der Prof. Dr. Klaus Dettmann Kunststiftung Arbeiten finden sich Werke der Bauhäusler Josef Albers, Lyonel Feininger, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Eugen Batz, Max Bill, Werner Gilles, Ida Kerkovius und Fritz Winter. In Düsseldorfer unterrichtete Klee neben Batz auch Hubert Berke, Théo Kerg und Georg Jakob Best, dessen Stiftung der Tochter Viola Schweinfurter im Museum bewahrt wird. Hinzu kam 1932 Caspar Walter Rauh, dessen Sammlung der Oberfrankenstiftung das Kunstmuseum Bayreuth bewahrt.

Mit der so genannten „Stunde null“ erhielt die Abstraktion in der Kunst nach 1945 insgesamt eine neue Bedeutung, galt es doch nun noch einmal, eine neue Kunst für eine neue Gesellschaft und eine neue Welt zu erfinden. Von Max Ackermann bis zu Ossip Zadkine gibt es in den Museumssammlungen zahlreiche Vertreter, die an die Abstrakte Kunst der Zwischenkriegszeit anknüpften und diese weiterentwickelten. Zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler beschäftigten und beschäftigen sich mit den Strukturen der Welt, indem Sie sich ästhetisch mit den platonischen Körpern auseinandersetzten. Hierzu gehören in den Sammlungen des Kunstmuseum Bayreuth zum Beispiel Gerhard Frömel, Winfried Gaul, Otto Herbert Hajek, Erwin Heerich, Diethelm Koch, Georg Karl Pfahler, HD Schrader, Kurt Teuscher. Andere – wie Helmut Bruch, Peter Weber, Raimund Girke, Ulrich Behl oder Ludwig Gebhard – untersuchen das Phänomen von Licht und Schatten, wieder andere – wie Max Ackermann, Josef Albers, Rupprecht Geiger, Diet Sayler, Piero Dorazio, Ernst Wilhelm Nay, Otto Herbert Hajek oder Günter Fruhtrunk Kurt Teuscher widmeten ihr Werk – zumindest in wichtigen Werkphasen – der Farbe. Und wieder andere verstanden und verstehen konkrete Kunst als Konzept-Kunst, darunter wäre auch die so genannte Optical Art zum Beispiel von Victor Vasarely oder Bridget Riley oder auch das Werk von Brian O’Doherty und Ugo Dossi zu rechnen.

Zur Ausstellung erscheint eine wissenschaftliche Publikation mit Texten von Heidi Bierwisch, Uwe Haupenthal und Marlene Lauter. Ein Fachsymposium zum Thema „Konkrete Kunst heute“ ergänzt ein umfangreiches Vermittlungsprogramm.

Platon war davon überzeugt, dass sich die Welt weder als Begriff, noch als Nachbildung, noch durch Beschreibung begreifen lässt, sondern nur durch Kombination von Begriff, Bild und Beschreibung und im Dialog – als jeweils ganz persönliche Erfahrung, ergänzt durch die Kombinationsgabe der Vernunft. Vielleicht hilft uns die nicht abbildende Kunst unserer Zeit dabei, die Augen zu öffnen, wie Albers es wollte.

Künstler:
Max Ackermann, Josef Albers, Pierre Alechinsky, Getulio Alviani, Richard Anuszkiewicz, Hans Arp, Eduard Bargheer, Eugen Batz, Ulrich Behl, Rudolf Belling, Hubert Berke, Herbert Bessel, Georg Jakob Best , Max Bill, Friedrich Böhme, Helmut Bruch, Antonio Calderara, Rolf Cavael, Eduardo Chillida, Walter Dexel, Piero Dorazio, Ugo Dossi, Werner Drewes, Ulrich Erben, Lyonel Feininger, Gerhard Frömel, Günter Fruhtrunk, Winfred Gaul, Ludwig Gebhard, Johannes Geccelli, Rupprecht Geiger, Werner Gilles, Raimund Girke, Eugen Gomringer Friedrich Gräsel, Gerhard von Graevenitz, Otto Herbert Hajek, Al Hansen, Erwin Heerich, Timo Heimann, Hasso von Henninges , Barbara Hepworth, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Theo Kerg, Ida Kerkovius, Paul Klee, Diethelm Koch, Norbert Kricke, Thomas Lenk, Josef Linschinger, Verena Loewensberg, Richard Paul Lohse, Heinz Mack, Max Mahlmann, Gerhard Marcks, Lienhardt von Monkiewitsch, Henry Moore, François Morellet, Ernst Wilhelm Nay, Brian O’Doherty, Georg Karl Pfahler, Otto Piene, Serge Poliakoff, Heinz-Günter Prager, Lothar Quinte, Caspar Walter Rauh, Anna Recker, Helene Reimann, Hans-Peter Reuter, Bridget Riley, Fred Sandback, Diet Sayler, Christian Schad, Tomas Schmit, H.D. Schrader, Jesus Rafael Soto, Anton Stankowski, Kurt Teuscher, A.D. Trantenroth, Hann Trier, Günther Uecker, Timm Ulrichs, Philipp Valenta, Viktor Vasarely Viktor Peter Weber, Ludwig Wertenbruch, Fritz Winter, Ossip Zadkine,

Kuratorin:
Dr. Marina von Assel