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KUNST AN DER AUSSENFASSADE DER ROBOTRON-KANTINE

Prelude Nordost Südwest

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Sonntag den 30. Mai um 15 Uhr
Performance von Stephanie Lüning

SCHAUMAKTION XII OVERWHELM und Architekturführung ROBOTRONWALK des Netzwerks Ostmodern an der robotron-Kantine.

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3. Etappe KUNST AN DER AUSSENFASSADE DER ROBOTRON-KANTINE

ab 06. Mai 2021: Henning Haupt

Ab Donnerstag, dem 06. Mai beginnt mit der 20-Meter-langen dreiteiligen Installation von Henning Haupt, einer dreidimensionalen Malerei von der Wiese bis über die Dachkante des Gebäudes, die dritte Etappe des Kunstprojektes Prélude Nordost Südwest an der Außenfassade der robotron-Kantine.

Henning Haupt nutzt das Medium der Malerei, um Farbräume dreidimensional erlebbar zu machen. Die für die Fassade der robotronkantine entworfene Installation erstreckt sich in einer 20-Meter-langen mehrfach gefalteten Form bis zur Dachkante wie eine Malerei, die den Raum im besten Sinne für sich erobert. Der Künstler ist zugleich Architekt und lehrt in dieser Funktion Gestaltungslehre an TU Dresden. „Mich interessiert, wie Räume sich verändern. Meine Malerei zeichnet die Spuren von Bewegung im Atelier auf. Dieses dynamische Verständnis von Malerei an der robotronkantine mit dem Stadtraum in Beziehung setzen zu können, ist eine schöne, im Grunde ideale Situation,“ sagt der 1964 geborene, in Dresden lebende Künstler.

Henning Haupt leitet die Professur für Gestaltungslehre am Institut für Gebäudelehre und Entwerfen der Fakultät Architektur an der TU Dresden. Er studierte Architektur in Darmstadt und Braunschweig sowie Malerei und Architektur an der Cranbrook Academy of Art, USA.

Zu sehen sind bereits die Installationen:
- Zweite Etappe seit 22. April: Ina Weise / NEE NEE NEE (Schriftzug Nee Nee Nee, ostmoderne Leuchtreklame-Buchstaben, installiert auf dem Dach)
- Erste Etappe seit 08. April: André Tempel / Menu A, Menu B (Folienumspannung der Außenfassade)

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ab 22. April: Ina Weise

Ina Weise (*1985 in Dresden, lebt in Dresden) arbeitet mit ortsspezifischen Interventionen und Performances im Stadtraum. Sie studierte Design an der Hochschule für Angewandte Kunst in Schneeberg sowie “Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien” an der Bauhaus-Universität Weimar.

Die Künstlerin Ina Weise installiert auf dem Dach der robotron-Kantine Buchstaben des mehrere Meter langen Neon-Schriftzugs eines ehemaligen Dresdner DDR-Dienstleistungszentrums, die von Aktivisten des Netzwerks Ostmodern.org vor dem Abriss gerettet wurden. Ina Weise interessiert sich für unterschiedlichen Traditionen der Kommunikation im Stadtraum. „Die Nachhaltigkeit heutiger Architektur und Stadtentwicklung auch im Umgang mit der Nachkriegsmoderne ist für mich ein wichtiges Thema. Der öffentliche Raum ist ein wichtiger Ort für den Austausch über die Art und Weise, wie wir in Zukunft leben möchten“ sagt Ina Weise.

Die Aussage der ersten Wortbildung „NEE NEE NEE“ lässt sich vielfältig deuten. Es kann sowohl ein Bezug zu aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung hinein gelesen werden, als auch ein Bezug zur Alltagsprache, in der Ratlosigkeit und Sorge um gesellschaftliche Entwicklung der Zeit vielfach einen emotionalen Ausdruck findet. Als künstlerische Vorbilder interessierten die Künstlerin auch die avantgardistischen Performances der 1960er und 70er Jahre wie Bruce Naumann oder auch die Tonbandarbeit von Joseph Beuys aus dem Jahr 1969 mit dem Titel Ja Ja Ja ja Ja, Nee Nee Nee Nee Nee.

Ina Weise plant ebenfalls Jugendliche auf der unmittelbar anliegenden Skaterbahn, mit der Frage anzusprechen, welches Wort sie auf dem Dach der Kantine stehen sehen möchten. Aus den vorhandenen Buchstaben können sie jeweils ihr eigenes Wort bilden, so dass die Installation durch ihre „Wortwahl“ verändert wird.

Die Künstlerin war mit ihrer Buchstabenaktion bereits im Frühjahr 2018 vor der robotronkantine präsent, damals im Rahmen einer Pressekonferenz zur Zukunft des Gebäudes. In der Zwischenzeit wurden die Buchstaben in verschiedenen Ausstellungen bundesweit gezeigt.

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ab 8. April: André Tempel

André Tempel (*1970 in Schwedt, lebt in Dresden) ist neben seinem Schwerpunkt auf grafische Arbeiten unter anderem spezialisiert auf Raumkonzepte und Kunst am Bau. Er studierte an der Fachhochschule für angewandte Kunst Schneeberg und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

André Tempel beginnt als erster der vier für das Projekt eingeladenen Künstler:innen, in dem er die Stützen, die die seitliche Fassade und Terrasse säumen, mit farbigen Folienstreifen verbindet. Seine experimentelle künstlerischer Umgang mit dem Gebäude unter dem Titel MENU A, MENU B bezieht sich auf die Vergangenheit des Gebäudes als Kantine. Es entsteht dabei eine großdimensionierte temporäre, farbige Raumzeichnung.

Die künstlerische Arbeit ist dabei gezielt nicht als eigenständiges Objekt für die Ewigkeit angelegt, sondern lässt sich vielmehr auf einen Prozess und damit zugleich auf eine pragmatische Symbiose mit der Architektur ein. „Die Kantine ist eigentlich ein eleganter wenn auch zur Zeit vernachlässigter Bau. Mich interessiert, wie Räume sich durch grafische Eingriffe und Farbe verändern lassen. Wie kann ich durch Kunst nicht nur Neues schaffen, sondern auch Vorhandenes interpretieren?“

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Prelude Nordost Südwest
KUNST AN DER AUSSENFASSADE DER ROBOTRON-KANTINE

10. April bis 06. Juni 2021

André Tempel, Ina Weise, Henning Haupt und Stephanie Lüning bespielen vom 10. April bis zum 6. Juni im Rhmen des Projektes Prelude Nordost Südwest temporär die Außenfassade der robotronkantine. Jeweils im Abstand von zwei Wochen kommt eine weitere künstlerische Arbeit dazu. Zum Ende des Projektes im Mai werden für zwei Wochen alle Installationen auf einmal zu sehen sein.

INTERVENTIONEN
ab 8. April: André Tempel
ab 22. April: Ina Weise
ab 6. Mai: Henning Haupt

PERFORMANCE 13. Mai (Himmelfahrt), 15 Uhr: Stephanie Lüning
Im Anschluss an die Performance von Stephanie Lüning lädt das Netzwerk Ostmodern um 17 Uhr zur Architekturführung ROBOTRONWALK rund um die robotronkantine ein.

Die experimentell angelegten, künstlerischen Interventionen an der Fassade des seit mehreren Jahren leerstehenden Gebäudes setzen dem fortschreitenden Vandalismus vor Ort buchstäblich Kunst entgegen. In Zeiten der Pandemie und des Stillstands für die Kultur bilden sie das Vorspiel zu einer internationalen Ausstellung, die 2022 ein gemeinsam gesponnenes Netz von Orten und Menschen im Stadtraum verbinden soll.

Prelude Nordost Südwest bildet das Vorspiel zu der internationalen Ausstellung in Dresden, die 2022 ein gemeinsam gesponnenes Netz von Orten und Menschen im Stadtraum verbinden soll.
Das ab 2021 geplante Projekt bringt Kunst temporär auch an neue Orte im Stadtraum und ermöglicht es die Stadt neu zu entdecken. Der Auftakt des Projektes beginnt in diesem Frühling mit künstlerischen Interventionen an der ehemaligen robotronkantine. In Zeiten der Pandemie steht der Verweis auf die Himmelsrichtungen für den Wunsch, die gemeinsamen kulturellen Beziehungen zu anderen Menschen, Landschaften und auch dem architektonischen Erbe weiterhin zu erhalten und zu pflegen.

Die robotronkantine wurde zwischen 1969 und 1972 von den Architekten Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel als eleganter Pavillonbau entworfen. Die unweit des Dresdner Hygienemuseums im Herzen der Stadt gelegene ehemalige Betriebsgaststätte bildete das Zentrum des weitläufigen Areals des ehemaligen VEB Robotron, einst das Herz der Dresdner Informationstechnologie. Nach verschiedenen Nachnutzungen, die das Ensemble nach 1989 erfahren hat, ist nun mittlerweile der größte Teil der Entwicklung eines neuen Stadtteils gewichen: Unmittelbar am Großen Garten entstehen die Quartiere am Blüherpark.

Die Partnerinstitutionen des Kunstprojektes Prelude Nordost Südwest sind: HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Kunstfonds / Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Netzwerk Ostmodern, Konglomerat e. V., Ostrale e. V., Galerie Ursula Walter

Prelude Nordost Südwest wird gefördert durch die Homann-Stiftung. Mit Dank an GATEWAY Real Estate, Hamburg/Berlin.

Still Crazy - 30 Jahre Kunsthaus Dresden
In diesem Jahr 2021 feiert das Kunsthaus m it langfristigen Projekten im Garten, temporären Interventionen im Stadtraum und ausgewählten Ausstellungen sein 30-jähriges Bestehen.