daily recommended exhibitions

posted 06. Jul 2022

Bild und Raum. Candida Höfer

25. Mar 202228. Aug 2022
25.03.2022 bis 28.08.2022 **Bild und Raum Candida Höfer im Dialog mit der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek** Candida Höfer erforscht mit ihren Fotografien gebaute Räume. Ihre weltbekannten Interieurs nehmen Bibliotheken, Museen, Gaststätten, Theater und andere öffentlich zugängliche Orte in den Blick, lassen die Architektur neu erleben. Im Vergleich mit fotografischen Interieurs aus der über 150 Jahre alten Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek entspinnt sich ein Dialog zwischen angewandter Fotografie und künstlerischer Arbeit. Die Ausstellung eröffnet mit etwa 90 Werken einen breiten Querschnitt durch die Raumaufnahmen Candida Höfers von 1980 bis in die unmittelbare Gegenwart. Die langen Traditionslinien ihrer Architekturaufnahmen reichen jedoch auch tief in den klassischen Kanon dieses Aufgabengebiets hinein. Im Dialog mit Pendants und Gegenbildern aus der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek erschließt sich der besondere Zugriff Höfers auf ihre Bildmotive besonders eindrücklich. Kommunikative Qualitäten des gebauten Raums Orte, die besondere kommunikative Funktionen haben, werden paradoxerweise ohne die sie frequentierenden Menschen gezeigt: Die den menschlichen Austausch ermöglichenden Qualitäten oder Mängel der Räume demonstriert Candida Höfer an der Architektur selbst, an der von ihr jeweils spezifisch erfassten Atmosphäre, an der von ihr gewählten Perspektive und dem Bildausschnitt. Die Themengruppen werden von ihr also nicht seriell in den Blick genommen, die jeweiligen Orte geben für sie das Bildformat wie auch die Größe der Abzüge vor. Doch bietet die Zusammenstellung der Gruppen vielfältige Vergleichsmöglichkeiten, die das langjährige und nachhaltige Interesse der Fotografin an den spezifischen Orten eindrucksvoll bestätigen. Bilder im Dialog Einige Themengruppen zeigen exemplarisch den visuell stimulierenden Dialog der Bilder: Fassaden, Fenster und Türen öffnen und verschließen den Blick in Räume oder aus ihnen heraus. Besonders reizvoll entspinnt sich das Zwiegespräch der Bilder bei den Aufnahmen von der Berliner Museumsinsel. Zeigen die gestochen scharfen großformatigen Kontaktkopien der Königlich Preußischen Messbildanstalt noch das monumentale Treppenhaus mit den Fresken Wilhelm von Kaulbachs, so erfasst Ryuji Miyamoto im Jahr 2000 den transitorischen Zustand des noch ruinösen Gebäudes vor dem Beginn des Innenausbaus und zeigt Candida Höfer wiederum 2009 dessen Abschluss. Bisher unveröffentlicht sind Höfers Farbaufnahmen aus ihrer Liverpool-Serie von 1968, von denen sich ein Entwicklungsstrang zu ihren Bildern der Gasträume in Cafés, Hotels, Kuranlagen und Wartesälen nach 1980 ziehen lässt. Sie werden mit den eher journalistisch aufgefassten Straßenszenen von Willy Römer und Bernard Larsson, den Bildern Dirk Alvermanns spanischer Barszenen um 1960 sowie den Aufnahmen von Helga Paris der mittleren 1970er Jahre von Berliner Kneipen aus der Sammlung Fotografie ins Gespräch gebracht. Die Fotografin Candida Höfer Candida Höfer (* 1944) widmete sich seit ihrem Studium bei Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie gegen Ende der 1970er-Jahre immer intensiver der Architekturfotografie. Sie hat sich auf diese wichtige Gattung konzentriert, ohne jedoch wie Fotografen früherer Generationen im Auftrag von Architekten und Kunsthistorikern tätig zu werden. Sie begreift ihre Arbeit als künstlerische Fotografie, und das Fotografieren von Innenräumen wurde von ihr selbstbestimmt als Haupttätigkeitsfeld ausgewählt. Sie selbst steckte dafür den Rahmen ab: „Ich fotografiere in öffentlichen und halböffentlichen Räumen aus unterschiedlichen Epochen. Es sind Räume, die für jeden zugänglich sind. Es sind Plätze der Begegnung, der Kommunikation, des Wissens, der Entspannung, der Erholung. Es sind Kuranlagen, Hotels, Wartesäle, Museen, Bibliotheken, Universitäten, Banken, Kirche und seit einigen Jahren Zoologische Gärten.“ Katalog Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln.
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posted 05. Jul 2022

Its good to be back: Secundino Hernández

29. Apr 202231. Jul 2022
29. April bis 31. Juli 2022 **Its good to be back: Secundino Hernández** Die Sammlung Miettinen freut sich, vom 29. April bis zum 31. Juli 2022 die Einzelausstellung It’s good to be back des spanischen Malers Secundino Hernández (geb. 1975 in Madrid) in der Miettinen Collection zu präsentieren.Fast fünfzehn Jahre ist es her, dass Timo Miettinen und Secundino Hernández sich kennenlernten. Schon früh entdeckte der Sammler das Talent des jungen Malers, begann ihn zu fördern und seine Bilder für die eigene Sammlung anzukaufen. Einige Jahre lebte und arbeitete Hernández sogar im Haus in der Marburger Straße 3, in dem heutzutage die Miettinen Collection beheimatet ist, und wo er auch 2013 seine erste Einzelausstellung in Deutschland präsentierte. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Hernández ist zu einem bekannten Maler avanciert, er stellt weltweit in Museen aus und ist mittlerweile zurück nach Madrid in seine Heimat gekehrt. Der Kontakt sowie die Freundschaft zwischen Künstler und Sammler haben seit jeher Bestand und Secundino Hernández seinen festen Platz in der Sammlung Miettinen. Nach nunmehr fast zehn Jahren kehrt er zu seinen Berliner Anfängen zurück. So kommt es, dass It’s good to be back die Verbundenheit der beiden anhand einer Auswahl von etwa 50 Werken aus der Sammlung Miettinen sowie bislang noch nie gezeigten eigenen Werken aus der Sammlung des Künstlers Revue passieren lässt. Gleichzeitig gibt die Ausstellung umfassende Einblicke in die malerische Praxis von Secundino Hernández. Mit unerschöpflichem Drang lotet er die Möglichkeiten der abstrakten Malerei aus und erweitert sie um eigene, unkonventionelle Techniken und den daraus resultierenden Erfahrungswelten. Ergebnis dieser Herangehensweise ist ein Œuvre, das anstelle auf einen eindimensionalen Nenner reduziert werden zu können, sich viel eher durch seine schillernde Vielfältigkeit auszeichnet. Immer wieder erprobt er die bildnerischen Möglichkeiten seiner malerischen Mittel. So führt Hernández uns Betrachterinnen und Betrachtern vor Augen, wie aus einfachen Linien komplexe Formen und Skripturen entstehen, sich minimalistische, farblich zurückhaltende Kompositionen mit pastos auswuchernden, farbgewaltigen abwechseln, welche die Grenze zum Relief und somit zum Skulpturalen spielerisch überschreiten. Gleichermaßen trifft in den Werken ausgefeiltes Kalkül auf die Suspendierung jeglicher Kontrolle, sodass manche Bildfindungen gleich dem Zufall der chemischen Prozesse überlassen werden.Zudem entdeckt man zahlreiche Verweise und Einflüsse kunsthistorischer Vorbilder wie in der Serie Lupis Ipsum (2013), die El Grecos Darstellungen der zwölf Apostel und Jesus Christus als Ausgangspunkt nimmt und in abstrakte Bildwelten verwandelt, die die Kompositionen des manieristischen Malers aus unserer Gegenwart heraus nachempfinden. Aber auch Einflüsse der modernen Malerei sind in Hernandez’ Werken allgegenwärtig und verschmelzen alte Meister mit zeitgenössischen Narrativen. Besichtigungen und Führungen sind jeden Samstag zwischen 12:00 und 18:00 Uhr möglich.
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posted 04. Jul 2022

I Owe You. Claude Cahun / Marcel Moore

21. Apr 202227. Aug 2022
Apr 21st Aug 27th 2022 I Owe You. Claude Cahun / Marcel Moore Works selected by Silvia Mazzucchelli. Photographs and books by Surrealist artist and writer Claude Cahun (France, 1894 - 1954) are on show for the first time at the Alberta Pane Gallery in Venice. This is an important project that aims to highlight the exceptional research of Claude Cahun (born Lucy Schwob) who, together with her half-sister and life partner Marcel Moore (born Suzanne Malherbe), anticipated discussions on themes of extreme relevance in contemporary society, such as gender and identity. I Owe You - Claude Cahun / Marcel Moore is accompanied by a publication with texts by curators and researchers Silvia Mazzucchelli, Miriam Rejas Del Pino, Paola Ugolini and gallerist Alberta Pane. Each volume contains a limited edition Fine Art print, inspired by the work of Claude Cahun/Marcel Moore, created by the artist Marcos Lutyens. Lutyens, with whom the gallery has been working for several years, is also invited to conduct two participatory performances/inductions on the opening days of the exhibition: these are explorations into the meanders of the unconscious, which Marcos Lutyens transforms into an artistic experience that can reawaken memories of images, sensations and thoughts that were believed to have been forgotten.

artists & participants

Claude Cahun,  Marcel Moore 
Galleria Alberta Pane, Venice

Dorsoduro 2403H, Calle dei Guardiani
30123 Venice

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posted 03. Jul 2022

MARIT WOLTERS. HOME GROUNDS - GRETE'S LEGACY

24. May 202210. Jul 2022
opening: 24. May 2022 06:00 pm
Villa Tugendhat 24.05.2022 - 10.07.2022 Opening: 24.05.2022 6 pm **MARIT WOLTERS. HOME GROUNDS - GRETE'S LEGACY** MARIT WOLTERS @ Villa Tugendhat - Inspirace curated by Neli Hejkalová Marit Wolters' work explores the relationship between nature and architecture and the various aspects of their intersection. Individual materials, exploration of their properties, local material histories and the theme of recycling in artwork often play a central role in her installations. At Villa Tugendhat, Marit will follow up on her 2017 research project at the Bauhaus Foundation in Dessau, during which she created a series of artefacts in the form of columns made of porous concrete with a mixture of sand from three Bauhaus locations. For Marit aerated concrete in its nature and composition is a direct link between architecture and nature. For the exhibition at Villa Tugendhat, approximately 60 concrete objects have been created using local materials (e.g. Bratčice sand, which formed the specifically yellowish colour of the Villa Tugendhat facade, sand from the compacted terrace in the villa's garden or clay from the garden itself). The surrounding space permeates the sculptures in the form of thousands of small air bubbles, just like the air that is being circulated through the villa by the built-in air conditioning system designed by Ludwig Mies van der Rohe. The space, and with it the sculptures, is breathing. Opening TUE May 24th 2022 | 6 pm Duration May 24th – Jul 10th 2022

artist

Marit Wolters 

curator

Neli Hejkalova 
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posted 02. Jul 2022

Anicka Yi - Metaspore

24. Feb 202224. Jul 2022
Anicka Yi Metaspore February 24–July 24, 2022 Pirelli HangarBicocca presents Metaspore, the most comprehensive exhibition ever realized devoted to Anicka Yi (Seoul, 1971; lives and works in New York). The artist emerged as one of the most radical figures on the art scene during the late 2000s, working on themes that lie between art and science. Featuring more than 20 installations from 2010 until today, the show at Pirelli HangarBicocca, conceived as a sensory and synesthetic experience, questions the boundaries between natural and synthetic, human and non-human, materiality and immateriality. Yi’s work generates narratives that combine philosophical questions with sci-fi imagery, and creates connections between biology and literature, life and storytelling, taking an approach defined as “bio-fiction.” Curated by Fiammetta Griccioli and Vicente Todolí, Metaspore explores Anicka Yi’s work over the last decade characterized by the use of perishable and industrial materials in assemblages that defy the immutable nature of sculpture and installation. The title—a neologism coined by Anicka Yi by juxtaposing the prefix “meta” to “spore”—metaphorically evokes the process of proliferation that the artist employs in her work, which contaminates and is contaminated by its surroundings. Metaspore has thus been conceived as a survey of Yi’s most iconic works and follows a multisensory and immersive path, centered on the one hand on the olfactory dimension—with a series of works that feature fragrances—and, on the other, on the dynamics of the transformation of matter, such as corrosion and metabolic processes. For the occasion, the artist and her studio collaborated with the Department of Earth and Environmental Sciences at Milano-Bicocca University to create an expanded and updated version of Biologizing the Machine (terra incognita), originally presented at the 58th Venice Biennale in 2019. Commissioned and produced for Pirelli HangarBicocca, the new work, titled Biologizing the Machine (spillover zoonotica), 2022, is composed by seven large glass display cases housing a Winogradsky culture (named after the Russian microbiologist who invented this device for the development of microorganisms), a locally created ecosystem combining soil bacteria, cyanobacteria and algae. Through cycles of growth, stasis, and decay, the installation reacts to the surrounding environment: the organisms take different colors, generating “suspended paintings” that alter during the exhibition period. By combining works that probe the idea of embodiment along with others focused on the hybridization of living beings and machines, Metaspore reveals essential themes in Yi’s practice, such as the co-existence of different organisms, nonhuman forms of intelligence, identity and social injustice.

artist

Anicka Yi 
Pirelli HangarBicocca Milan

HANGARBICOCCA | Via Chiese 2
20126 Milan

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posted 01. Jul 2022

Der neue SIMPLICISSIMUS - Satire für die Bonner Republik

01. Jul 202203. Oct 2022
1. Juli – 3. Oktober 2022 **Der neue SIMPLICISSIMUS Satire für die Bonner Republik** Wie ein Phönix aus der Asche erscheint im Nachkriegsdeutschland die Wochenzeitschrift SIMPLICISSIMUS neu und liefert in Wort und Bild kritische Kommentare und vergnügliche Glossen zu Sitten und Unsitten, Hoffnungen und Ängsten der jungen Bundesrepublik. Das Käthe Kollwitz Museum Köln widmet dem bekanntesten Satireblatt der Wirtschaftswunderjahre vom 1. Juli bis 3. Oktober 2022 eine Sonderausstellung. Titelblätter, Zeichnungen und originale Lithographien aus den Jahren 1954 bis 1967 entführen in eine noch gar nicht so lang vergangene Epoche – und weisen auf Parallelen zum heutigen Weltgeschehen. Schon im Wilhelminischen Kaiserreich nahm der SIMPLICISSIMUS mit Witz und Schärfe politisch-gesellschaftliche Missstände aufs Korn. Manchen galt die Zeitschrift mit dem bissigen Wappentier, der roten Bulldogge, sogar als die »einzige echte Opposition« jener Epoche. Zu den Künstlern, die damals Bildmotive beitrugen, zählt auch Käthe Kollwitz (1867–1945). Nach dem Ersten Weltkrieg ist das Blatt jedoch wechselhaften Schicksalen unterworfen: Gleichgeschaltet und gezähmt geht der SIMPLICISSIMUS im September 1944 schließlich an banaler Papierknappheit zugrunde. Der rote Hund beißt wieder zu In den 1950er Jahren – zur Zeit des Kalten Krieges, der deutschen Teilung und des Wirtschaftswunders – lässt eine frische Riege von Journalisten die kritische Tradition unter dem berühmten Titel wiederaufleben. Bevorzugtes Ziel: die Protagonisten des Ost-West-Konflikts und die Politik Konrad Adenauers in europäischen und in innerdeutschen Fragen. Aber auch der »deutsche Michel« selbst muss sich Schmähkritik gefallen lassen. Wiederum sind es vor allem die Zeichner, die dem Blatt ein prägnantes Gesicht verleihen – sowohl bereits bekannte Matadore wie A. Paul Weber (1893–1980), aber auch neue Künstler wie Hanns Erich Köhler (1905–1983) oder H.M.-Brockmann (1912–1968) liefern Beiträge mit Biss. Erneut heißt es Angriff! Bald schon wird die rote Dogge von Politikern und anderen Spitzen der Gesellschaft wieder gefürchtet – und von seinen Leserinnen und Lesern gefeiert. Beim Blick in den satirischen Zerr-Spiegel jener Jahre erscheinen die alten sozialkritischen Themen und politischen Spannungen vor dem Hintergrund gegenwärtiger Entwicklungen erschreckend aktuell. Kuratiert von Dr. Uwe Westfehling und Katharina Koselleck.
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posted 30. Jun 2022

Andi Fischer

24. Jun 202230. Jul 2022
opening: 23. Jun 2022 06:00 pm
Jun 24th — Jul 30th, 2022 Opening Thursday, Jun 23rd, 2022, 6 - 8pm **Andi Fischer** Text by Kito Nedo Surfers often talk about the “perfect wave.” But is “perfect” really the right adjective when it comes to waves? William Finnegan, for one, has his doubts. The US author and journalist wrote an award-winning book about surfing a few years ago. “Waves are not stationary objects in nature. They’re not diamonds or roses or something that you just look at.” Instead, Finnegan describes the miracle of waves as the end of a process, an “explosion across a reef,” which is affected by the wind and tide. The ephemeral nature of waves is part of their magic. It takes a special kind of nature literacy, courage, and muscle memory to conquer them on a surfboard. With his two large-format wave paintings Enorme Wirbelwelle (2022) and Enorme Wirbelwelle № 2 (2022), Berlin-based painter Andi Fischer celebrates the unique blend of fear, respect, euphoria and release that he experiences when surfing. Interferences as well as surfaces in light blue, royal blue, and navy blue combine to create a dynamic moment that comes from inside the wave. “It comes very close to the feeling of swimming through a wave,” Fischer explains. “It’s a beautiful feeling.” Fischer’s paintings also need an initial explosion for energy to be released. The artist uses oil sticks to apply paint straight onto the canvas. They are made of compressed oil paint mixed with mineral wax, enabling the artist to express himself directly. Spontaneity and speed are thus placed at the core of the work. Nine new paintings by Fischer, each with an individual title, make direct references to art history. The source of inspiration and fundamental resource for the artist was Lucas Cranach the Elder’s painting The Golden Age, dated around 1530. Today, it belongs to the Bavarian State Painting Collections in Munich and is on display at the Alte Pinakothek. Fischer dissects this allegorical depiction of a paradisiacal garden into its separate components (people, couples, and animals), thus casting a contemporary, highly pared-down view on the pictorial world of the business-minded and politicallyactive Old Master from Wittenberg. Lastly, Fischer’s third new series of paintings focuses on a group of anarchistic crows. These birds have accompanied humans since the dawn of time; they even precede them. “The cultural history of humankind has unfolded under the eyes of crows,” Berlin-based cultural scientist and biologist Cord Riechelmann writes in his celebrated monograph on the species. “And crows follow this culture if they can expect something from it.” Given that corvids’ eating habits include feeding on carrion, these animals have been symbolically associated with death in people‘s imaginations from very early on. As if in a dark premonition, Vincent van Gogh, for example, had a flock of ravens circle above a summer wheat field shortly before his death in 1890. This existential gravity has a subliminal resonance in Fischer’s paintings. However, a sober and humorous perspective on these omnipresent, feathered companions prevails in these works. Perhaps this is also because we see these birds today primarily as clever beneficiaries of the human culture of abundance. Alpine choughs, for instance, seem to feed less on dead chamois than on things like discarded school lunches in schoolyards. At any rate, we hear that they often show up on time for recess. * Andi Fischer (b. 1987 in Nuremberg) is known for his large-format figurative paintings of animals, people and landscapes, painted with a quick mixture of oil pastels and charcoal. In his works Fischer tells universal stories that challenge and contradict the conventional demands of painting. Beyond pure provocation, he succeeds in transforming life in all its superficiality into crude and entirely hierarchical paintings. The artist lives and works in Berlin.

artist

Andi Fischer 
Sies + Höke, Düsseldorf

Poststr. 2 / Poststr. 3
40213 Dusseldorf

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posted 29. Jun 2022

rirkrit tiravanija - mezcal vs. pulque

30. Apr 202216. Jul 2022
Gob. Rafael Rebollar 94 / Col. San Miguel Chapultepec Apr 30 - Jul 16, 2022 **rirkrit tiravanija - mezcal vs. pulque** in collaboration with cooperativa 1050º Over the course of the last two years, Rirkrit Tiravanija travelled several times to the state of Oaxaca to meet and learn from master potters from different regions. During his journeys, he practiced pottery techniques preserved for centuries within local families who have passed their craft down from one generation to the next. With the help and collaboration of Cooperativa 1050º, a cooperative of potters from Oaxaca, Puebla and Chiapas, and led by Kythzia Barrera, Tiravanija worked on special designs for vases, cups and other vessels that will be shown in the exhibition Mezcal vs. Pulque at kurimanzutto from April 30 to July 16, 2022 in Mexico City. The pottery pieces on view were created between August 2021 and April 2022, and are the result of Tiravanija’s collaboration and were shaped by Margarita Cortés Cruz, Marisela Ortiz Cortés and Gregoria Cruz Peralta from Río Blanco Tonaltepec as well as Silvia García Mateos and Leopoldo Barranco in San Bartolo Coyotepec. “As we drive through the countryside, I was thinking to myself that meeting all the artisans – all the ladies and Maestro Polo – and not being able to communicate directly, was interesting because then we had to relate to each other as humans. I found their humanity really open and giving, and I feel happy and grateful to all of them for that. What was interesting to me was that even though they come from a very old and strong tradition, and they are not young anymore, they were open to work with a stranger and enjoy our differences. It is a lot to ask at this moment in the world. As an experience, it was beyond what I expected. To live together for those days and learn from each other, it was a joyful human experience. Hopefully, with this collaboration, other people will be also touched by the work and help us continue this tradition to the next generation.” –Rirkrit Tiravanija During one of his visits to Rio Blanco Tonaltepec with Cooperativa 1050º and its community, Tiravanija discovered an abandoned stone house that became the inspiration for the exhibition. A wooden reproduction of this house resides in the middle of the gallery and serves as an intimate shelter for viewing the pottery pieces created for it. The structure on view at kurimanzutto was built to recall his encounter with this construction in the middle of the Oaxacan landscape, made of fired wooden planks that emanate the burnt smell of the potters’ ovens. In previous exhibitions, Rirkrit Tiravanija created spatial environments for Asian tea ceremonies where the act of serving allows the participants to pause their regular activities and observe the present moment for the duration of the ritual. For the exhibition in Mexico, the artist wishes to create a similar environment where mezcal and pulque are served in the clay pieces as a means of honoring the two native beverages.
Kurimanzutto, Mexico City °

Gobernador Rafael Rebollar 94 / Col. San Miguel Chapultepec
d.f. 11850 Mexico City

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posted 28. Jun 2022

Michel Verjux. Découper plier éclairer: des corps et du vide?

19. May 202213. Jul 2022
May 19 - Jul 13, 2022 OPENING THURSDAY 19 MAY 2022 6 p.m. **Michel Verjux. Découper plier éclairer: des corps et du vide?** On Thursday 19 May 2022, at 6 p.m., the A arte Invernizzi gallery opens the solo exhibition Michel Verjux. Découper plier éclairer: des corps et du vide?. Since 1983, Michel Verjux has conceived his art in the form of luminous works but here, in this exhibition, he uses new terms to investigate the concepts of void, place and space. For the first time, the French artist is showing sculptures made with folded sheets of stainless steel with semi-circular slits. In these works he shows how “the fact that the «void», the «place» or the «space» is «necessary» for an object or body, for its very existence and for its position and movement.” A large work, Découper/plier, à hauteur d’homme, will be on display at the centre of the first room on the upper floor, while small sculptures and works on paper will be shown in the following rooms. Éclairages, light projections, will be on the lower floor, in a way that makes them interact with the gallery spaces. Michel Verjux works on the act of seeing as a place of encounter with reality: in the presence of matter through light, which gives space the chance to open up to an unprecedented epiphanic presence. “When the éclairages reveal cuts and folds in the architecture – both inside and out – and when we project fragments of light onto the lines, planes and volumes of a space, we are not just playing with solids and voids, but rather we are taking the «fact» that is «needed» for a body and we are making it perceptible, practicable and intelligible, so that the body can feel it is going through the «void» (in fact, through air), that it is inside a «place», and that it is moving within a «space». [...] The void, the place or space, but also light (as a physical agent) or a luminous projection, may appear as intangible as a shadow or indeed as other optical phenomena [...]. However, they interact with tangible phenomena such as elementary particles, objects and bodies, and even more so with these material, physical volumes that are sculptures.” (Michel Verjux) The exhibition will be accompanied by a trilingual catalogue with a text by Michel Verjux, reproductions of the works on display, and an updated bio-bibliographic section. ADMISSION RESTRICTED IN ACCORDANCE WITH SAFETY PROTOCOLS FOR THE CONTROL AND CONTAINMENT OF COVID-19 EXHIBITION: MICHEL VERJUX. DÉCOUPER PLIER ÉCLAIRER: DES CORPS ET DU VIDE? CATALOGUE WITH TEXT BY: MICHEL VERJUX EXHIBITION PERIOD: 19 MAY – 13 JULY 2022 OPENING HOURS: MONDAY TO FRIDAY 10 A.M.-1 P.M., 3-7 P.M., SATURDAY BY APPOINTMENT

artist

Michel Verjux 
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posted 27. Jun 2022

Roberto Matta: Les Témoins de l'Univers

09. Jun 2022
Zurich | Talstrasse 37 Opening June 9th, 2022 **Roberto Matta: Les Témoins de l'Univers** Galerie Gmurzynska is pleased to present in Zurich from the 10th of June, 2022 a selection of masterpieces by Roberto Matta (Santiago de Chile, 1911 – Civitavecchia, 2002), a leading global figure of the Surrealism movement. The ten paintings displayed in the show are dated from 1947 to 1969, a climax period in the artist’s itinerary, reflecting his great influence on the Post-War movements in New York and Paris. To Roberto Matta the mission of the artist is to reveal the invisible and show the inscrutable. The artist invented a new perspective in his painting, conjuring up animated forms as if from another galaxy, diluting the colors and letting the brush flow over the canvas. The scope of expression of Matta’s visual hallucinations seems limitless. Andre Breton said frequently that “Matta is at the very forefront” of the artistic avant-garde of Surrealism. In this selection of rare and monumental paintings, one can see how Matta succeeds in expressing in the most creative way the raw material of his emotions and visions. The artist erects an extra-real world, which pushes back the boundaries of imagination to see the world through the walls of consciousness. Matta’s works depict an imaginary world in motion through drawn images composed like a storyboard or a science-fiction comic panel. His works immerse us in a kind of fourth dimension, such as with the monumental triptych entitled La nature unie (1965) which envelops the viewer in an environment, as it was exhibited in Amiens in 1973 in a groundbreaking and gravity-defying installation. His expansion of the dimensions of perception was summed up by William Rubin, the pivotal curator of the Museum of Modern Art, who wrote “Matta became the only painter after Duchamp to explore wholly new possibilities in illusionistic space.” Beyond being a major avant-garde painter, Roberto Matta heralded the vanguard of tomorrow in his works, influencing countless other modern masters. His monumental and abstract paintings made with brushes and rags as often as with paintbrushes prefigured the nascent abstract expressionist movement. The automatic painting process which Matta helped develop undoubtedly influenced the impulsive pictorial gesture of the day’s American painters. In New York, he imparted these techniques on figures such as Robert Motherwell and Jackson Pollock, who owes to Roberto Matta his Surrealist education, his decision to paint on monumental canvases, and his introduction to his patron Peggy Guggenheim. His primordial influence on the New York school can be summarized – and is echoed by many others – in Motherwell’s statement that Matta“was the most energetic, poetic, charming, brilliant young artist that I’ve ever met.” This Roberto Matta exhibition at Galerie Gmurzynska occurs at a time of a strong revival for Surrealism on the world’s art scene. The current Venice Biennale highlights paintings by female Surrealists; the Guggenheim Museum presents an exhibition Surrealism and Magic: Enchanted Modernity featuring Matta alongside Tanguy and Ernst; the Tate Modern’s Surrealism Beyond Borders exhibition showcases non-European Surrealist artists… The legacy of Surrealism that pervades today’s art world is perceptible in the works of many emerging artists. Now more than ever, we ought to take a closer look at a founding player in this school of art such as Roberto Matta. The extensive catalogue accompanying the exhibition includes new essays from Jérôme Neutres Ph.D (former Director of Réunion des Musées nationaux-Grand Palais, Paris), Professor Fabrice Flahutez Ph.D (Université de Lyon), Professor Elizabeth Goizueta (Boston College), Professor Robert Mattison Ph.D (Lafayette College), Daniel Rapoport Ph.D (Fraunhofer EMB), and Professor Dr. med. Jan A. Fischer. Galerie Gmurzynska represents the estate of Roberto Matta robertomatta.com

artist

Roberto Matta 
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posted 26. Jun 2022

Sol LeWitt. Wall drawings, works on paper, structures (1968 – 2002)

03. Dec 202131. Jul 2022
03.12.2021 — 31.07.2022 **Sol LeWitt. Wall drawings, works on paper, structures (1968 – 2002)** The Jewish Museum of Belgium is pleased to present a new exhibition dedicated to the American conceptual artist Sol LeWitt (1928-2007). The exhibition is organised by Barbara Cuglietta and Stephanie Manasseh in collaboration with the artist's estate. Through a unique selection of wall drawings, works on paper, gouaches, structures and archives dating from the 1960s to the 2000s, this exhibition aims to highlight the diversity and unity in Sol LeWitt's prolific output. It will present a double 'premiere': an exploration of his Jewish heritage and an investigation of his links with Belgium. It will also be accompanied by the launch of the new Sol LeWitt application created by Microsoft. The exhibition Born in Hartford, Connecticut, to a family of Jewish immigrants from Russia, Solomon (Sol) LeWitt is one of the pioneers of conceptual and minimal art, known for his Wall Drawings. Although he is not religious, leading a secular life, Sol LeWitt has maintained a quiet but persistent connection to his Jewish heritage throughout his life. In the 1990s, he became more actively involved in his community in Chester, Connecticut, designing the new synagogue of the Reform Congregation Beth Shalom Rodfe Zedek, which was opened in 2001. For Sol LeWitt, the design of a synagogue was "a problem of geometric forms in a space that conforms to ritual usage". With the help of archives, drawings, photographs and testimonies, the exhibition explores the genesis of this major project, which has remained little known to the general public until now. The exhibition also addresses another forgotten aspect of Sol LeWitt's career: the close relationships that the artist developed throughout his career with collectors, gallery owners and artists based in Belgium. Amongst other things, Wall Drawing #138, first produced in Brussels in the MTL gallery - which played a pioneering role in the introduction of conceptual art in Belgium - will be presented, as well as Sol LeWitt's collaboration with the architect Charles Vandenhove on the design of the University Hospital in Liège. All the works shown in the exhibition come from Belgian public and private collections, as well as from the LeWitt Collection. As for the Wall Drawings, directly on the walls of the Jewish Museum of Belgium, it is an exceptional participatory experience, bringing together young artists and art students based in Brussels alongside professional draughtsmen from the LeWitt studio. For each wall drawing, teams are formed around a professional assistant who accompanies and guides the apprentices. This educational initiative is a unique opportunity for them to be involved in the creative process of one of the greatest American artists.

artist

Sol LeWitt 
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posted 25. Jun 2022

Arno Fischer: Eine Reise

08. May 202231. Oct 2022
opening: 07. May 2022 05:30 pm
Arno Fischer: Eine Reise 8. Mai – 31. Oktober 2022 Kuratiert von Candice M. Hamelin Die Ausstellung Arno Fischer: Eine Reise gibt einen Einblick in Arno Fischers fotografische Praxis und die verschiedenen Rollen, welche er im Lauf seiner Karriere als Fotograf, Vermittler und Lehrer spielte. Mit über einhundert Schwarzweiß- und Farbfotografien – entstanden zwischen den frühen 1940ern und den späten 2000ern – von denen einige auf Schloss Kummerow zum ersten Mal gezeigt werden, beleuchtet die Ausstellung den wichtigen Platz, den Fischer in der Geschichte der deutschen Fotografie einnimmt. Während seiner gesamten Karriere arbeitete Arno Fischer (1927–2011) in verschiedenen fotografischen Genres, dokumentierte Modemodels in den Straßen osteuropäischer Städte und gewöhnliche Bürger*innen und ihr Alltagsleben im Ostblock, in Äquatorialguinea, Indien und den Vereinigten Staaten. Wenn er nicht mit der Kamera in der Hand durch die Straßen streifte, tauschte Fischer Ideen mit Mitgliedern von DIREKT aus, einer Gruppe, die sich 1965 in Ostberlin um ihn herum gebildet hatte und in den 1970ern und 1980ern zur Pluralisierung der visuellen Kultur Ostdeutschlands beitrug. Außerdem veranstaltete er Künstler*innentreffen mit seiner Frau, der Fotografin Sibylle Bergemann, in ihrer gemeinsamen Wohnung am Schiffbauerdamm. Diese Zusammenkünfte umfassten ihren Freundeskreis, Fischers Student*innen und internationale Fotograf*innen wie u.a. Robert Frank, Henri Cartier-Bresson und René Burri, die vom vom Centre Culturel Français und dem Amerika Haus in Berlin eingeladen worden waren. Darüber hinaus betreute Fischer Studierende, zunächst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und später, nach dem Fall der Berliner Mauer, an der Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung; außerdem fotografierte er seinen Garten mit einer Polaroidkamera, ein Unterfangen, für das er drei Jahre benötigte. Die Ausstellung in Schloss Kummerow, die von einem Katalog mit etwa 70 Abbildungen begleitet wird, wirft ein Schlaglicht auf einen der bedeutendsten deutschen Fotografen des 20. Jahrhunderts und lädt die Besucher*innen zu einer Reise durch fotografische Genres, Kontinente und Dekaden ein. Arno Fischer: Eine Reise wurde ermöglicht durch die Unterstützung der NORD/LB Kulturstiftung, des Arno Fischer Estate, der Loock Galerie und der Galerie Berinson in Berlin sowie durch private Leihgeber*innen. Candice M. Hamelin (PhD, University of Michigan) ist Chefkuratorin an der Stiftung Reinbeckhallen in Berlin. Die Spezialistin für fotografische Praktiken in der DDR zählt zur wachsenden Liste der Kunsthistoriker*innen und Kurator*innen, die eingeladen sind, Ausstellungen in Schloss Kummerow zu realisieren.

artist

Arno Fischer 
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posted 24. Jun 2022

INTO THE NEW. MENSCHSEIN: VON POLLOCK BIS BOURGEOIS

06. Apr 202217. Jul 2022
6. APRIL BIS 17. JULI 2022 **INTO THE NEW. MENSCHSEIN: VON POLLOCK BIS BOURGEOIS** Frankfurt am Main, 22. März 2022. Nach mehr als 25 Jahren widmet das Städel Museum der US-amerikanischen Kunst auf Papier von 1945 bis heute wieder eine Ausstellung. Vom 6. April bis 17. Juli 2022 werden rund 50 herausragende Druckgrafiken, Zeichnungen und Multiples etwa von Louise Bourgeois, Chuck Close, Jim Dine, Jasper Johns, Bruce Nauman, Jackson Pollock, Larry Rivers, Kiki Smith oder Kara Walker präsentiert, die das Thema des Menschseins verhandeln. Die US-amerikanische Kunst der letzten achtzig Jahre ist voller Grenzüberschreitungen und Widersprüche. Sie ist so unkonventionell wie vielgestaltig: Abstrakter Expressionismus, Pop Art, Konzeptkunst, Minimal und Performance Art – in relativ kurzer Zeit entwickelten sich nach 1945 in New York und (später) an der Westküste verschiedene, teils gegensätzliche ästhetische Konzepte. Künstlerinnen und Künstler wählten Medium und Material frei und strategisch – je nach der Aussage, die sie treffen wollten. Der Druckgrafik kam dabei eine Schlüsselrolle zu. Als Labor formaler wie inhaltlicher Experimente erschloss sie Künstlerinnen und Künstlern neue Wege. Hand in Hand ging dies seit den 1960er- Jahren mit der Gründung neuer Druck- und Papierwerkstätten. In enger Zusammenarbeit entstanden dort Drucke und vervielfältigte Objekte von ausgeklügelter technischer Raffinesse, oft in selbstbewusst großem Format. Als „Graphic Boom“ ging diese druckgrafische Revolution in die Kunstgeschichte ein. Geprägt von immer neuen politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Umbrüchen und Krisen verhandeln dabei viele Werke die Frage nach der menschlichen Existenz. An die Stelle einer naturgemäßen Darstellung der menschlichen Figur tritt das zeichenhaft Abstrahierte, das Fragment, der Abdruck, auch die Leerstelle. Menschliche Wahrnehmung und Erfahrung wird als ausschnitthaft reflektiert und Sprache als Instrument zur Beschreibung der Welt beleuchtet. Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, über die Ausstellung: „Das Städel Museum sammelt seit den 1960er-Jahren zeitgenössische US-amerikanische Kunst auf Papier. Heute umfasst der Bestand bedeutende Werke von Jackson Pollock bis Louise Bourgeois. Nach mehr als 25 Jahren werfen wir wieder einen Blick auf diese herausragende Sammlung und präsentieren zudem jüngste Neuerwerbungen. Es lohnt, all diese Arbeiten immer wieder unter neuen Aspekten zu beleuchten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass wir unseren Bestand seit Jahrzehnten ausbauen können, verdanken wir dabei insbesondere der Heinz und Gisela Friederichs Stiftung – ihr großes Engagement für die Kunst auf Papier trägt diesen Sammlungsbereich und auch diese Ausstellung.“ „Von der US-amerikanischen Kunst gingen seit den späten 1940er-Jahren für die westliche Kunstwelt wichtige Impulse aus. Maßgeblich war hier insbesondere die Druckgrafik mit ihrem großen experimentellen Potenzial. Die Ausstellung spürt diesem kreativen Impuls nach, nicht aber in einem systematischen, gleichsam entwicklungsgeschichtlichen Überblick, sondern im Zusammenhang mit einer inhaltlichen Fragestellung, die sich aus der Arbeit mit der eigenen Sammlung ergab. In Reaktion auf die vielfältigen Krisen und Umbrüche des 20. Jahrhunderts, nach Kriegen und dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen reflektierten viele Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken immer wieder die Frage nach dem Allgemeinmenschlichen – eine Frage wie sie aktueller nicht sein könnte,“ erläutert Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1750 und Kuratorin der Ausstellung. Das Städel Museum begann gleichzeitig mit dem „Graphic Boom“ zeitgenössische US-amerikanische Kunst auf Papier zu sammeln; sie bildet heute einen der Schwerpunkte der Graphischen Sammlung. Dass dieser Bestand bis heute konsequent vertieft und um weitere Aspekte bereichert werden kann, ermöglicht in erster Linie die Heinz und Gisela Friederichs Stiftung, die 2021 ihr 30-jähriges Jubiläum feierte. Ergänzende wichtige Erwerbungen im Bereich von Druckgrafik und Zeichnungen können durch die Unterstützung des Städelschen Museums-Vereins e.V. realisiert werden. Mit der Ausstellung „Into The New. Menschsein: Von Pollock bis Bourgeois“ gedenkt das Städel Museum der kürzlich verstorbenen Stiftungsgründerin Gisela Friederichs. Zur Ausstellung erscheint im Sandstein Verlag ein Katalog – gefördert durch die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung.
Städel Museum, Frankfurt

Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie | Dürerstr. 2
60596 Frankfurt

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posted 23. Jun 2022

Tracey Rose: Shooting Down Babylon

19. Feb 202218. Aug 2022
Saturday, 19 February – Sunday, 18 August 2022 **Tracey Rose: Shooting Down Babylon** Zeitz MOCAA presents the largest comprehensive retrospective of the revolutionary work of Tracey Rose (b. 1974, South Africa). A radical voice in the international and South African art world since the mid 90s, Rose’s cutting and uncompromising vision will be foregrounded in a large-scale exhibition including work spanning from 1996 to 2019. The title of the exhibition derives from an iconic installation Shooting Down Babylon (The Art of War)(2016), which reflects on varied exorcist and cleansing rituals from non-Western communities. The work points to several themes that stem from post-colonial entanglements such as repatriation, recompense and reckoning and epitomises the wide-ranging medium and concerns that are prevalent in Rose’s practice. The exhibition will encompass film, sculpture, photography, performance, print, painting and multi-layered participatory elements, with the body and performativity being central to every aspect. For Rose, the body, often her own body, is a site for protest, outrage, resistance and pertinent discourse. It is a channel for the demonstration of exasperation, aggravation, disruption and paradox. Shooting Down Babylon will trace the artist’s trajectory from earlier interests in interrogating and exploding narrow identity tropes to her interest in the aesthetics of violence; her subversive performative interventions and recently an interest in processes of healing and rituality.

artist

Tracey Rose 
Zeitz MOCAA, Cape Town

Zeitz MOCAA | Silo District, S Arm Road, V&A Waterfont
8002 Cape Town

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posted 22. Jun 2022

Jeff Wall

27. Apr 202225. Jun 2022
27 April – 25 June 2022 White Cube Mason's Yard **Jeff Wall ** White Cube is pleased to present an exhibition of works by Jeff Wall at Mason’s Yard. Comprising both new and earlier photographs spanning a twenty-year period, the selection foregrounds Wall’s attention to the forms and methods of picture making and his prolonged observation of everyday life. Since the 1980s, Wall has made documentary photographs alongside what he terms ‘cinematographic’ pictures, all of which emerge from similar processes of study and reflection. Trap Set (2021) was taken during mink season on a cold February day in the suburbs of Wall’s native Vancouver. Animal traps, one of mankind’s oldest devices, remind us of our original cunning intelligence. The equally cleverly designed Playground Structure (2008) depicts another contraption waiting for its users, in this case, children at play, possibly those living in the suburban houses in the background. Like Trap Set, Pawnshop (2009) reflects the ‘near-documentary’ approach that has been a central aspect of Wall’s work for forty years. The cubicles of the pawn shop’s interior, which resemble confession booths or changing rooms, not only provide isolation and privacy but also perhaps reflect the almost ritualistic function of this emporium where people can borrow against the value of even small items of personal property, often as a last resort. The exhibition includes several black and white prints, including Cold Storage (2007) and Burrow (2004). A new picture, A woman with a necklace (2021) shows a woman reclining languidly in a shadowy interior examining a sparkling glass necklace. Derived from Wall’s own memories of his childhood home, this study in light and shadow, like all of Wall’s black and white pictures, draws attention to the possibilities of picture making without colour, and to the intense luminosity that the monochrome offers. Wall has said that his photographs encourage the viewer to write a text that he has erased in the process of making the image, that the viewer creates whatever narrative dimension the pictures have. Band & crowd (2011) involved ‘open-ended orchestration’ whereby Wall hired a band to play a concert in front of a sparse audience and recorded the results. The image is one of Wall's largest, taking in almost the entirety of the old and worn meeting hall. In Event (2020) two men in evening dress, seemingly attendees at a formal evening affair, are engaged in a confrontation. The subject originated with an incident witnessed by the artist, which he relocated to what is likely the ballroom or lobby of a hotel. Several recent pictures in the exhibition were made in Los Angeles, where Wall also lives and works. Man at a Mirror (2019) features a man in a hotel room looking into a mirror on which a message has been written in soap. The camera angle ensures that the message remains indecipherable, and it cannot be determined if the man is its writer. Sunseeker (2021), and Mask maker (2015), also depict witnessed scenes. Sunseeker is an image of a woman dressed in black, sitting cross-legged on the roof of her car under strong sunlight. Face turned skywards and in a pose of meditation, she looks eccentric yet self-assured. In Mask maker a man dressed in a colourful outfit, decorates the half-mask he’s wearing with a coloured pen, using his reflection in a shop window. The picture’s spontaneous realism contrasts with its carnivalesque tension; the record of an action that is private, purposeful but almost alarming. The subject of the large diptych Actor in two roles (2020) is simple almost to the point of being invisible: the transformation of an actor’s appearance from role to role. Yet this transformation is at the root of all possibilities of performance. Wall undertook to produce a moment from two existing plays and worked with companies and artists in the ‘little theatre’ community in Los Angeles to cast, rehearse and design the productions. The pair of still images has the unique capacity to provide a simultaneous vision of the two different appearances, or identities, of a performer. Actor in two roles continues Wall’s interest in subjects that cannot be contained within the single image. His multi-part pieces derive, paradoxically, from his history of intense immersion in the capacities of the unique pictorial image. Jeff Wall was born in 1946 in Vancouver where he lives and works. He has exhibited widely, including solo exhibitions at Glenstone, Maryland (2021); Economou Collection, Athens (2019); Kunsthalle Mannheim, Germany, touring to Mudam Luxembourg (2018); Pérez Art Museum, Miami (2015); Stedelijk Museum, Amsterdam, touring to Kunsthaus Bregenz, Austria and Louisiana Museum of Modern Art, Humlebaek, Denmark (2014–15); Art Gallery of Western Australia, touring to National Gallery of Victoria, Melbourne and Museum of Contemporary Art Australia, Sydney (2012–13); Pinakothek der Moderne, Munich, Germany (2013); Centro Galego de Arte Contemporanea, Santiago de Compostela, Spain (2011); Museo Tamayo, Mexico City (2008); The Museum of Modern Art, New York touring to The Art Institute of Chicago and San Francisco Museum of Modern Art (2007); and Tate Modern, London touring to Schaulager, Basel, Switzerland (2005). Group exhibitions include 5th Shanghai Biennale (2004); Documenta 11, Kassel, Germany (2002); 12th Biennale of Sydney (2000); 24th Bienal de São Paulo (1998); and Documenta 10, Kassel, Germany (1997).

artist

Jeff Wall 
White Cube London

144-152 Bermondsey Street
SE1 3TQ London

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posted 21. Jun 2022

Pratchaya Phinthong. The Organ of Destiny

14. May 202216. Jul 2022
May 14 - July 16, 2022 Opening: Saturday May 14, 4 pm - 7 pm **Pratchaya Phinthong The Organ of Destiny ** Between 1964 and 1973 some 2.5 million tons of bombs were dropped by American armed forces in Laos. Even today, unexploded ordnance continues claiming around fifty Laotian victims each year. For the past four years, Pratchaya Phinthong has been working with the inhabitants of the village of Napia, transforming bomb debris into elements of an artistic project that supports a local community living in permanent insecurity. Each sold work pays a contribution to the village and to the NGO which helps de-mining and cultivating the land recovered from bombs. The Organ of Destiny, the title of Pratchaya Phinthong's latest exhibition in gb agency, brings together the stories of villagers from the Plains of Jars and the ghosts of the Vietnam War, from the minefields and forests of Laos to Paris. The exhibition space is a place of transformation, from one form, function and medium, to another. Either through recreation or reuse, the works explore the capacity of the materials to arouse certain tensions between notions of presence and absence, beauty and horror, usefulness and artifice.
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posted 20. Jun 2022

TARIK KISWANSON. Nest

22. Mar 202213. Aug 2022
Beirut TARIK KISWANSON. Nest March 22 – August 13, 2022 Sfeir-Semler Gallery is happy to announce the representation of Tarik Kiswanson, with his first solo exhibition opening in our Beirut space on Tuesday March 22, 2022, from 7 to 9 PM. Kiswanson was born in 1986 on the outskirts of Halmstad, Sweden, to Palestinian parents who were exiled from the Middle East in the early 80s and had to change their original family name Al Kiswani for integration purposes. Rootlessness, regeneration, and renewal are central themes in his oeuvre. His practice reveals an engagement with the poetics of métissage: a means of writing and surviving between multiple conditions and contexts. His bodies of works, sometimes stemming from autobiographical narratives, explore subjects relative to memory, time, language, heritage and ultimately identity development. In this exhibition, the artist explores a multitude of mediums and shows a selection of older and recent works. The Fall, a film on loop shows a pre-adolescent boy falling backwards from his chair. The image moves in slow-motion and the empty classroom around the character invites the viewer to enter a space of suspended time — the exact moment when balance is disturbed. The transient nature and perpetual movement of identity formation is similarly tackled in the artist’s charcoal drawings: blurry representations of children, who sometimes seem to be emerging out of a chrysalis, in the midst of a transformative phase, or on the threshold of visibility. They are slowly, meditatively, produced with layer after layer of charcoal. A third-culture child himself, Kiswanson sometimes uses his family’s belongings in an attempt to conciliate his cultural heritage with the reality he was born into. Objects carried by a migrant family into exile are frozen into blurry resin blocks, while the traditional clothing of the artist’s parents and grandparents are mixed with contemporary youth sportswear in the series Passing. Produced through radiology scans, the images are printed on canvas, as if revealing new possibilities of belonging within a state of cultural homelessness.
Sfeir-Semler Gallery, Beirut

Tannous Bldg. - 4th Fl. Str. 56 - Jisr Sector 77
Beirut

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posted 19. Jun 2022

Jeremy Bolen. Because The Sky Will Be Filled With Sulfur

11. Jun 202206. Aug 2022
June 11–August 6, 2022 Opening reception : June 10, 7–9pm **Jeremy Bolen. Because The Sky Will Be Filled With Sulfur** In Because the Sky Will Be Filled With Sulfur, artist Jeremy Bolen presents a new, immersive exhibition of speculative documentary works that record our current climate crisis while simultaneously speculating on the optics and aesthetics of a possible geo-engineered future. Composed of photo-based images, hybrid objects, videos and sculptures, Bolen’s works often incorporate materials and methods that have been proposed to cool the planet, envisioning a world featuring sulfur-filled skies, tinted shields for coral reefs and iridescent crops. The exhibition centers around a climate-engineering proposal dubbed solar radiation management, in which sulfur particles injected into the stratosphere would combat rising temperatures by reflecting sunlight away from the Earth’s surface. Mirroring the cooling effects of ash clouds caused by volcanic eruptions, the procedure could have many unpredictable and unfavorable consequences including whitening the daytime sky, obscuring our views of the stars and affecting crop production. This project also includes images of a sediment core sample that Bolen documented on a research trip earlier this year to Searsville Lake at Jasper Ridge Biological Reserve in Stanford, California. When the human-made reservoir was dammed in 1892, it created conditions that resulted in the body of water becoming almost entirely filled with unusually undisturbed sediment. Sediment cores such as this mirror our civilization, offering evidence of earthquakes, chemical residues, nuclear testing and fossil fuel combustion. They signify how we have manipulated the world in the past, and may behave in the future. Researchers at the Anthropocene Working Group (AWG) believe this 127-year-old core might offer geologic signatures that indicate when the Anthropocene Epoch can be said to have officially begun. Geologists searching for this marker call it the ‘global boundary stratotype section and point’—or, more colloquially, the golden spike. They may have found the appropriate signals in core samples removed from Searsville Lake. Additionally, Bolen incorporates an array of found and cast objects—such as airplane parts, tinted coral, unexposed film from 1963, air conditioners, leaf blowers, silver corn and casts of the once abundant (and now extinct) passenger pigeon—that offer relics and artifacts of our collective global movement, as well as representations of a seemingly fantastical future. Employing an array of materials that index human impact on the planet and the technology being proposed to salvage it, Because the Sky Will Be Filled With Sulfur offers a scenario in which we can discuss how collective human patterns affect what is, and what will remain, perceivable, knowable and habitable. This exhibition is presented by the Museum of Contemporary Art of Georgia, as part of the Working Artist Project fellowship. This round of Working Artist Projects was curated by Jordan Carter, Curator at Dia Art Foundation in New York. Jeremy Bolen is an artist, researcher, filmmaker and educator interested in site-specific, experimental modes of documentation and presentation. Much of Bolen’s work involves rethinking systems of recording––in an attempt to observe invisible presences that remain from various scientific experiments and human interactions with the Earth’s surface. Bolen has had numerous exhibitions and screenings worldwide including at Origins Centre Museum, Johannesburg; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; the Museum of Contemporary Photography, Chicago; La Box, Bourges; PACT Zollverein, Essen; EXGIRLFRIEND, Berlin; POOL, Johannesburg; Andrew Rafacz, Chicago; and Soccer Club Club, Chicago. He has recently screened films at Antimatter (Media Art), Vancouver; Lima Alterna International Film Festival, Lima; Chicago Underground Film Festival, Chicago; and Bideodromo International Film Festival, Bilbao. Bolen lives and works between Chicago and Atlanta, serves as assistant professor of photography at Georgia State University, is a cofounder and co-organizer of the Deep Time Chicago collective, and is represented by Andrew Rafacz gallery, Chicago. MOCA GA’s Working Artist Project (WAP) was developed to support mid-career or established artists in the Metropolitan Atlanta area. The program is funded by the Charles Loridans Foundation, the Antinori Foundation, and the AEC with additional funding provided by the National Endowment for the Arts. There are a total of 42 fellows over the last 15 years. As a museum that is dedicated first and foremost to supporting Georgia’s contemporary artists, it is MOCA GA’s goal to encourage these artists to remain in our city to establish Atlanta as one of the best cities for launching a viable career in the arts.

artist

Jeremy Bolen 

curator

Jordan Carter 
MOCA GA, Atlanta

MOCA GA, 75 Bennett Street
GA 30309 Atlanta

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posted 18. Jun 2022

documenta fifteen '

18. Jun 202225. Sep 2022
18.06.2022 - 25.09.2022 **documenta fifteen** Künstlerische Leitung der documenta 15: ruangrupa Erstmals kuratiert ein Künstler:innenkollektiv die Weltkunstausstellung Auf dem Weg zur documenta fifteen lädt ruangrupa gemeinschaftsorientierte Kollektive, Organisationen und Institutionen aus aller Welt ein, miteinander lumbung zu praktizieren und an neuen Nachhaltigkeitsmodellen sowie kollektiven Praktiken des Teilens zu arbeiten. * * documenta fifteen und lumbung-Praxis lumbung ist das indonesische Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. ruangrupa hat der documenta fifteen die Werte und Ideen von lumbung zugrunde gelegt. lumbung als Konzept ist der Ausgangspunkt für die documenta fifteen: Iumbung wird die konkrete Praxis auf dem Weg zur documenta fifteen im Jahr 2022 und danach sein. Nun möchte ruangrupa einen tieferen Einblick geben, was sie unter lumbung verstehen und wie es in ihrer kuratorischen Praxis umgesetzt wird. Im Sinne von lumbung hat ruangrupa die ersten lumbung-member und das Artistic Team eingeladen, sich individuell vorzustellen, indem sie Geschichten über ihre jeweiligen Arbeitsweisen und ihre Verbindung zum Gesamtprojekt teilen. Die lumbung-Architektur für die Lagerung von kollektiv verwalteten Lebensmitteln dient dem langfristigen Wohl der Gemeinschaft durch gemeinsame Nutzung von Ressourcen und gegenseitige Fürsorge. lumbung baut auf bestimmten gemeinsamen Werten, kollektiven Ritualen und Organisationsprinzipien auf. ruangrupa führt diese Tradition des Teilens fort und überträgt sie auf die eigene Praxis. lumbung ist für uns nicht lediglich ein „Thema“, welches wir für die documenta fifteen ausgewählt haben. Es ist vielmehr tief in unsere tägliche Praxis eingeschrieben und fasst unsere bisherigen Methoden und Wertvorstellungen zusammen. Als Kollektiv teilen wir Ressourcen, Zeit, Energie, Finanzmittel, Ideen und Wissen unter uns und mit anderen. Wir haben das lumbung-Konzept erstmals vor fünf Jahren aufgegriffen, als wir mit Serrum and Grafis Huru Hara ein Kollektiv der Kollektive gebildet haben, eine Initiative, die durch kontinuierliches Ausprobieren zuletzt in Gudskul mündete, unseren kollektiv betriebenen Raum mit der dazugehörigen Schule im Süden Jakartas. Werte lumbung als künstlerisches und ökonomisches Modell wird mit den zugrundeliegenden Werten wie Kollektivität, Großzügigkeit, Humor, Vertrauen, Unabhängigkeit, Neugier, Ausdauer, Regeneration, Transparenz, Genügsamkeit und Konnektivität an unterschiedlichen Schauplätzen praktiziert und erhält dadurch eine globale Dimension. Für die documenta fifteen bringt das Artistic Team Kollektive, Organisationen und Institutionen aus der ganzen Welt zusammen, um gemeinsam lumbung zu praktizieren. Jeder der lumbung-member wird einen Beitrag leisten und verschiedene Ressourcen wie Zeit, Raum, Geld, Wissen, Fürsorge und Kunst teilen und erhalten. Wir haben ein ausgeprägtes Interesse daran, von anderen Konzepten und Modellen zu Erneuerung, Bildung und Ökonomie – anderen lumbung-Praktiken in verschiedenen Teilen der Welt – zu lernen und mit ihnen zu arbeiten. lumbung im Hinblick auf die aktuelle Situation Im Angesicht der problematischen Situation der Pandemie der letzten Monate haben wir unseren kollektiven Raum Gudskul in eine Minifabrik für die Herstellung der so dringend benötigten Atemschutzmasken und Schutzanzüge verwandelt, die direkt an das medizinische Personal in Krankenhäuser und Kliniken auf den verschiedenen indonesischen Inseln verteilt werden. Wir haben uns überdies mit unterschiedlichen lokalen Initiativen zusammengeschlossen und Spenden beschafft. Unsere kollektive Erfahrung in der Reaktion auf COVID-19 hat uns dazu bewogen, nochmals über die Bedeutung von Solidarität nachzudenken. Als Kollektiv sind wir uns der gestigenen Notwendigkeit neuer Formen der Vernetzung bewusst, um kleine bis mittelgroße Kunstinitiativen nachhaltig zu stärken. Entsprechend überdenken wir auch erneut, was künstlerische Praxis und Eventorganisation ausmacht – und was sie sein könnten und sollten. Wenn das Agieren in einem großen Maßstab mit sich bringt, dass Relevanz in Bezug auf unsere eigene Praxis verlorengeht, sollten wir uns dann verkleinern? Was bedeutet es heutzutage, lokal und global verwurzelt zu sein und welches Potenzial eröffnet Lokalität gegenwärtig? Welche Bedeutung hat Materialität in der Gegenwartskunst heute für die Kunst und Künstler*innen? Wie sollten wir Raum nutzen, um unsere Beziehung mit der Öffentlichkeit neu zu definieren? Bei der Betrachtung regenerativer Ökonomien sollten wir parallel zu den bewährten Praktiken neue Strageien erkunden und entwickeln. Als ruangrupa die Idee von lumbung als kollektiv zu verteilende Ressourcen hervorbrachte, führte dies zu dem künstlerischen Spekulieren, wie eine solche gemeinsame Struktur im Laufe der Zeit aufgebaut werden könnte. Angesichts der aktuellen Entwicklungen zeigt sich das Konzept von lumbung mit seinen Werten von Solidarität und Kollektivität nun von größerer Bedeutung und Relevanz denn je. In Momenten, in denen so viele Menschen die Ungleichheit und Ungerechtigkeit der herrschenden Systeme zu spüren bekommen, kann lumbung (neben vielen anderen Denkansätzen) zeigen, dass die Dinge auch anders gelöst werden können. Insofern werden wir lumbung nicht aufschieben, sondern es verstärkt vorantreiben. * ruangrupa ÜBERNIMMT KÜNSTLERISCHE LEITUNG DER DOCUMENTA 15 Erstmals kuratiert ein Künstler*innenkollektiv die Weltkunstausstellung ruangrupa, ein im Kern zehnköpfiges Kollektiv aus Künstler*innen und Kreativen aus dem indonesischen Jakarta wurde von der internationalen Findungskommission einstimmig zur Künstlerischen Leitung der documenta 15 ausgewählt und vom Aufsichtsrat berufen. Dies gab die Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Sabine Schormann, am heutigen Freitag in Kassel bekannt. Die documenta wird in ihrer fünfzehnten Ausgabe damit erstmals von einem Künstler*innenkollektiv ausgerichtet. Sie findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt. Für die achtköpfige Findungskommission begründeten Elvira Dyangani Ose (Direktorin von The Showroom, London) und Philippe Pirotte (Rektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, und Direktor Portikus, Frankfurt am Main) die einstimmige Wahl wie folgt: „Wir ernennen ruangrupa, weil sie nachweislich in der Lage sind, vielfältige Zielgruppen – auch solche, die über ein reines Kunstpublikum hinausgehen – anzusprechen und lokales Engagement und Beteiligung herauszufordern. Ihr kuratorischer Ansatz fußt auf ein internationales Netzwerk von lokalen Community-basierten Kunstorganisationen. Wir sind gespannt, wie ruangrupa ein konkretes Projekt für und aus Kassel heraus entwickeln wird. In einer Zeit, in der innovative Kraft insbesondere von unabhängigen, gemeinschaftlich agierenden Organisationen ausgeht, erscheint es folgerichtig, diesem kollektiven Ansatz mit der documenta eine Plattform zu bieten.“ ruangrupa kann aus dem Indonesischen mit „Raum der Kunst“, oder auch „Raum-Form“ übersetzt werden. Ein Spannungsfeld, indem sich der zentrale kuratorische Ansatz des Kollektivs bereits andeutet. Farid Rakun und Ade Darmawan, die ruangrupa heute in Kassel vertraten, formulieren ihren dezidiert partizipativen kuratorischen Anspruch für die Weltkunstausstellung 2022: „Wir wollen eine global ausgerichtete, kooperative und interdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform schaffen, die über die 100 Tage der documenta 15 hinaus wirksam bleibt. Unser kuratorischer Ansatz zielt auf ein anders geartetes, gemeinschaftlich ausgerichtetes Modell der Ressourcennutzung – ökonomisch, aber auch im Hinblick auf Ideen, Wissen, Programme und Innovationen. Wenn die documenta 1955 antrat, um Wunden des Krieges zu heilen, warum sollten wir nicht versuchen, mit der documenta 15 das Augenmerk auf heutige Verletzungen zu richten. Insbesondere solche, die ihren Ausgang im Kolonialismus, im Kapitalismus oder in patriarchalen Strukturen haben. Diesen möchten wir partnerschaftliche Modelle gegenüberstellen, die eine andere Sicht auf die Weltermöglichen.“ Das Kollektiv gründete sich im Jahr 2000 in Jakarta, Indonesien. ruangrupa betreibt einen Kunstraum in South Jakarta und realisiert Ausstellungen, Festivals, Publikationen und Rundfunkformate. Das Kollektiv war an vielen Kooperations- und Ausstellungsprojekten beteiligt, darunter an Ausstellungen wie der Gwangju Biennale (2002 und 2018), der Istanbul Biennale (2005), der Asia Pacific Triennial of Contemporary Art (Brisbane, 2012), der Singapore Biennale (2011), der São Paulo Biennale (2014), der Aichi Triennale (Nagoya, 2016) und Cosmopolis im Centre Pompidou (Paris, 2017). Im Jahr 2016 kuratierte ruangrupa TRANSaction: Sonsbeek 2016 in Arnheim, Niederlande. Im Jahr 2018 gründeten die Akteure GUDSKUL, ein Bildungs- und Vernetzungsprojekt für Kreative, das auf kooperativer Arbeit basiert. Bei der documenta 14 war ruangrupa mit ihrem Internetradio als Partner des dezentralen Radioprojekts Every Time a Ear di Soun beteiligt, das vom 8. April bis zum 17. September 2017 acht Radiosender weltweit vernetzte. ruangrupa ist einen gemeinnützige Organisation. Mindestens ein Mitglied der Organisation wird für die Vorbereitung der documenta 15 seinen Lebensmittelpunkt nach Kassel verlegen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der documenta und Museum Fridericianum gGmbH Oberbürgermeister Christian Geselle begrüßt die Wahl der Findungskommission: „Für ruangrupa ist das Prinzip des Netzwerkens zentral. Von Kassel ausgehend werden interdisziplinäre künstlerische Interventionen initiiert: sie lassen die documenta Stadt international sichtbar werden und holen gleichermaßen die (Kunst-) Welt nach Kassel. Unsere Stadt kann dabei nur gewinnen. Nun freue ich mich, dass die documenta auf solch spannende Weise den Blick in die Zukunft richtet.“ Die Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn betont: „Ich freue mich schon heute darauf, dass in drei Jahren mit der documenta 15 in Kassel wieder die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst stattfinden wird. Das Land Hessen ist stolz darauf, diese Plattform für die Diskussion um Positionen der Kultur von heute und Perspektiven für die Zukunft zu ermöglichen. Mit dem Ausbau des documenta archivs zu einem unabhängigen Forschungsinstitut werden wir die zeitgenössische Kunst in Kassel weiter stärken. Ich beglückwünsche die Findungskommission, die das indonesische Künstlerkollektiv ‚ruangrupa‘ für die künstlerische Leitung der nächsten documenta vorgeschlagen hat und freue mich, dass der Aufsichtsrat diesem Vorschlag gefolgt ist. Die documenta gibt damit bewusst den außereuropäischen Blick auf die Kunstwelt Raum und bringt auf ganz neue Art die Welt nach Hessen. Ruangrupa nutzt Kunst in ihrer Heimat, um öffentliche Angelegenheiten und Probleme zum Thema zu machen. Ich bin gespannt, wie sie diese Idee in die documenta 15 einfließen lassen.“ Hortensia Völckers, Leiterin der Kulturstiftung des Bundes blickt gespannt auf die weitere Entwicklung des Konzeptes: „Als Kulturstiftung des Bundes haben wir uns sehr über den erfolgreichen Verlauf des Findungsprozesses für die Künstlerische Leitung der documenta 15 gefreut und beglückwünschen alle Beteiligten zu einem Ergebnis, das eine interessante und anregende documenta erwarten lässt. Wir freuen uns, Teil dieses Prozesses zu sein und unsere Expertise für ein so renommiertes Ausstellungsprojekt einzubringen.“ Sabine Schormann würdigt den großen Einsatz aller Mitglieder der Internationalen Findungskommission: „Mein Dank gilt der Internationalen Findungskommission für einen engagierten und intensiven Auswahlprozess, der mit der Präsentation von ruangrupa als Künstlerischer Leitung ein starkes Signal für eine lebendige und nachhaltig wirkende documenta 15 sendet. Nun freue mich darauf zu erleben, wie die partizipativen Ansätze im Prozess konkretisiert werden.“ Die Findungskommission der documenta 15 setzt sich aus folgenden Expert*innen zusammen: Ute Meta Bauer, Ute Meta Bauer, Gründungsdirektorin des NTU Centre for Contemporary Art Singapore, Charles Esche, Direktor Van Abbemuseum Eindhoven, Niederlande; Amar Kanwar, Künstler, Dokumentarfilmer, Neu-Delhi, Indien; Frances Morris, Direktorin Tate Modern London, Großbritannien; Gabi Ngcobo, Kuratorin 10. Berlin Biennale 2018, Deutschland (Südafrika); Elvira Dyangani Ose, Direktorin The Showroom London, England; Philippe Pirotte, Rektor Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule Frankfurt/M., Deutschland (Belgien); Jochen Volz Direktor Pinacoteca do Estado de São Paulo, Brasilien * DOCUMENTA FIFTEEN PRÄSENTIERT ERSCHEINUNGSBILD Das Erscheinungsbild wird bei jeder documenta Ausstellung mit Spannung erwartet, ist es doch Ausdruck des jeweiligen kuratorischen Ansatzes. Am 15. Dezember 2020 stellt die documenta fifteen (18. Juni bis 25. September 2022) ihr visuelles Erscheinungsbild der Öffentlichkeit vor. Das gemeinsam mit Studierenden entwickelte Design ist inspiriert vom lumbung-Konzept der documenta. Das aus dem Gestaltungsentwurf des Studierendenkollektivs Studio 4oo2 aus Jakarta gemeinsam weiterentwickelte Erscheinungsbild der documenta fifteen verweist mit dem Symbol der Hände auf das lumbung-Prinzip, das ruangrupa seiner documenta zugrunde gelegt hat, und dessen Kernthemen kollektive Praktiken des Teilens, Solidarität und Freundschaft sind. lumbung ist eine aus den ländlichen Gebieten Indonesiens stammende Praxis, bei der die überschüssige Ernte zum zukünftigen Wohl der Gemeinschft in einer gemeinsamen Reisscheune gelagert und nach kollektiv bestimmten Mechanismen verteilt wird. Indem die documenta fifteen lumbung nicht nur als Thema, sondern vielmehr als zugrundeliegende Praxis begreift, zielt sie auf neue Wege, internationale künstlerische Praktiken mit einem gemeinschaftlich ausgerichteten Modell der Ressourcennutzung – ökonomisch, aber auch im Hinblick auf Ideen, Wissen, Programme und Innovationen – nachhaltig zu machen. Grundsätze wie Kollektivität und gemeinschaftliches Arbeiten, Ressourcenaufbau und gerechte Verteilung stehen dabei im Vordergrund. Die Hände und die in ihren Umrissen visualisierten Seile als Kernelement des visuellen Erscheinungsbildes der documenta fifteen stehen für eine unbegrenzte Gemeinschaft, die eine nachhaltige Zukunftsstrategie eröffnet. Sie versinnbildlichen die Haltung und Geste von lumbung. Die Farbpalette des Designs ist von natürlichen Textilfarben inspiriert, wie sie seit Generationen bei der Herstellung traditioneller textiler Produkte in Indonesiens verwendet werden. Die eingesetzten Farben stammen größtenteils aus dem Osten Indonesiens, wo lumbung noch heute aktiv praktiziert wird. Kollektive Entwicklung mit Studierenden ruangrupa selbst ist Mitte der 1990er Jahre aus Netzwerken von Studierenden an den Kunsthochschulen in Jakarta und Yogyakarta hervorgegangen. Für das Künstler*innen-Kollektiv ist Vielstimmigkeit und die Integration von Perspektiven der jüngeren Generation zentral. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen hat ruangrupa Ende 2019 Studierende in Kassel und Jakarta eingeladen, sich an der Entwicklung der visuellen Identität der documenta fifteen zu beteiligen, statt nur auf etablierte Design-Agenturen zu setzen. Unter mehr als 20 Einreichungen von Gruppen und Einzelpersonen wurden zwei Designentwürfe ausgewählt: die von Studio 4oo2 aus Jakarta und von kmmn_practice aus Kassel. Die beiden Teams haben völlig unterschiedliche Konzepte eingereicht, wobei sie ermutigt wurden, jeweils ihren eigenen Ansatz zu verfolgen. Im Prozess wurde Studio 4oo2 das Haupterscheinungsbild der documenta fifteen übertragen, während kmmn_practice die Chance erhielt, ihren partizipatorischen Ansatz für ein Erscheinungsbild des ruruHaus umzusetzen. Im Frühsommer 2020 haben die Studierenden von Studio 4oo2 mit der Berliner Markenagentur Stan Hema und documenta Inhouse-Designer Leon Schniewind die gemeinschaftliche Arbeit aufgenommen. Präsentation im Filmclip und im Öffentlichen Raum Die documenta fifteen präsentiert das Erscheinungsbild anhand eines Filmclips und im öffentlichen Raum Kassels. Unter anderem wird es am ruruHaus, dem ersten Spielort der documenta fifteen sichtbar: Dort wurde es in Form eines großflächigen Murals vom Kasseler Graffiti- und Streetart-Projekt KolorCubes auf die Fassade aufgebracht. Weitere Präsenzen auf Großflächen oder Litfasssäulen sind im Stadtraum zu finden. Im Detail wird das Erscheinungsbild und dessen Entwicklung in diesem Video vorgestellt: https://www.documenta.de/de/documenta-fifteen/#news/2839-cd-release. Am heutigen Dienstag, den 15. Dezember 2020 findet um 15 Uhr ein Fototermin mit Vertreter*innen von ruangrupa, Oberbürgermeister Christian Geselle, der Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Sabine Schormann und dem Kommunikationsteam der documenta fifteen vor der documenta Halle statt. Es handelt sich um einen reinen Fototermin unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregelungen. Wir bitten um Voranmeldung unter presse@documenta.de. Fotos werden ab 17 Uhr auch unter https://www.documenta.de/de/press# verfügbar sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Oberbürgermeister Christian Geselle, zeigt sich erfreut über das neue Erscheinungsbild: „Nun nimmt die documenta fifteen Gestalt an. Viele ineinandergreifende Hände stehen für Zusammenhalt und ein neues Miteinander. Die großartige Umsetzung des Erscheinungsbildes in ein Mural am ruruHaus ist ein deutlicher Gruß des Kuratorenteams ruangrupa an die Stadt. Es ist eine farbenfrohe und vor allem optimistisch in die Zukunft weisende Botschaft am Ende eines für alle kräftezehrenden Jahres. Und die Vorfreude auf die nächste, mit Spannung erwartete documenta wächst.“ Studio 4oo2 über das Erscheinungsbild „Das Konzept von lumbung wird in unserem Gestaltungsentwurf durch die Form der Hand visualisiert, einem fühlenden Teil unseres Körpers, der bei menschlichen Aktivitäten wie Halten, Geben oder Umarmen eingesetzt wird. Die Hand spielt, direkt oder auch indirekt, eine wesentliche Rolle in interaktiven Prozessen zwischen Menschen. Als Symbol ist sie unmittelbar mit dem Konzept von lumbung verbunden, einem kollektiven Aufbewahrungsort für die von einer Gemeinschaft produzierte Ernte. Diese Aktivitäten – Ernten, Zusammenhalten, nachhaltig Unterstützen – setzen allesamt die Beteiligung von Händen voraus, genauso wie der Zweck von lumbung auf die Hand referiert, die die Menschen verbindet.“, so Studio 4oo2. Studio 4oo2 ist ein Team von vier Studierenden der Universitas Negeri Jakarta. Der Name „Studio 4oo2“ (gesprochen: „four o o two“) ist von dem Betrag abgleitet, den die Studierenden für Parkscheine (4.000 Rupiahs für zwei Motorräder) in dem Fast-Food-Restaurant aufwenden mussten, den das Team als Arbeitsplatz für die Entwicklung der Bewerbung genutzt hat, da das Lokal der einzige 24 Stunden zugängliche Ort für sie war. Das Team besteht aus Angga Reksha Ramadhan, Larasati Fildzah Kinanti, Louisiana Wattimena und Rosyid Mahfuzh.
documenta Kassel

Kunsthalle Fridericianum | Friedrichsplatz 18
34117 https://documenta-fifteen.de/

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posted 17. Jun 2022

Hélio Oiticica

26. Apr 202225. Jun 2022
27 Bell Street, London 26 April – 25 June 2022 **Hélio Oiticica** Curated by Ann Gallagher Lisson Gallery is delighted to present the first survey of Hélio Oiticica’s work in London in 15 years. Featuring painted compositions, three-dimensional works, film and an environmental structure that invites viewer participation, the exhibition illustrates the extraordinary and enduring influence the Brazilian artist had on the development of international contemporary art. Working in collaboration with the artist’s Estate, the exhibition is curated by Ann Gallagher who led the curatorial team on the major Tate Modern presentation of Oiticica’s work, Helio Oiticica: The Body of Colour, in 2007, initiated by the Museum of Fine Art Houston in 2006. Born in Rio de Janeiro in 1937, Oiticica was one of the most innovative Brazilian artists of the 20th century. He produced an outstanding body of painting, participatory sculpture, architectural environments, films and writings from the mid 1950s until his untimely death in 1980. He gave name to a highly influential 1960s cultural movement in Brazil - incorporating art, music, theatre and literature - with his installation Tropicalia of 1966-67. This interactive environment was included in the artist’s ground-breaking exhibition, referred to by Oiticica as The Whitechapel Experiment, held in 1969 at London’s Whitechapel Gallery, curated by the late Guy Brett (1942-2001), then art critic for The Times newspaper, and co-founder of the now legendary London gallery for experimental international art, Signals (1964-66). The Whitechapel Experiment was the only large-scale exhibition devoted to the artist during his lifetime outside of Brazil. This focused on Oiticica’s work up to the time he spent in London, and a display of Tropicalia, editions of which are now part of the permanent collections of the Tate Collection, London; the Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid; and the Guggenheim Abu Dhabi. The exhibition at Lisson Gallery will include early painted compositions made while studying under the artist Ivan Serpa; Serpa founded the art movement, Grupo Frente, alongside artists such as Aluisio Carvão, Lygia Clark, and Lygia Pape, who rejected the figuration and nationalism of the predominant modernist Brazilian painting style. Alongside this will be a series of Metaesquemas, which Oiticica began in 1957, representing his subsequent exploration into colour and form, as well as a series of gouaches which led to the evolution of his work into three dimensions. His early sculptural practice is represented by a rarely seen white Bilateral and vibrant yellow Spatial Relief which invite the viewer to move around them in order to fully experience their physical presence. Alongside these will be a collection of Bólides, an important series of works created by Oiticica from 1963. The term ‘bólide’ translates as ‘fireball’, referring in astrology to an extremely bright meteor that explodes in the atmosphere. The series began with box-like structures that were painted as if “possessed or inflamed by colour” (Ivan Cardoso interviewing Oiticica for the film, ‘HO’) and filled with powdered pigments and earth; by permitting light to penetrate the interior of the structure, Oiticica created the illusion of a luminous centre, which was later magnified by his use of glass vessels. The Bólides were also created at an important time given the social backdrop: Brazil’s military regime was becoming increasingly repressive, resulting in a tumultuous political atmosphere and increased economic disparity. The Bólides marked a pivotal moment in Oiticica’s trajectory, when he began consciously involving spectators in his work, allowing them to touch and manipulate the works and thus expanding beyond the purely visual. The exhibition also includes an important ‘Penetrable’ installation by Oiticica entitled Nas quebradas (1979), works Oiticica described as “movable frescos on a human scale… most importantly, they are penetrable”. These offer an intense multi-sensorial experience whereby the viewer is invited to discover the work by walking into and through it. Oiticica’s ‘Penetrables’ were one of the first examples of an artistic installation, and were hugely influential in the evolution of conceptual art. Nas quebradas is modeled on the favelas of Rio de Janeiro, speaking specifically to Oiticica’s engagement with the people of Mangueira Hill; the materials of the structure alongside the unstable movement of rocks beneath your feet recall the flux of the community at the time. These works – encouraging a more interactive form of experience – radically re-defined the concepts of painting and participatory art, blurring the line between the two by encouraging visitors to inhabit a monumental painting. Nas quebradas relates to others from the series, initiated by Oiticica in the 1960s, such as Tropicália, Penetrables PN 2 ‘Purity is a myth’ and PN 3 ‘Imagetical’.

curator

Ann Gallagher 
Lisson Gallery, London

27 Bell Street
NW1 5DA London

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