short biography

Harun Farocki (geb. 1944 in Neutitschein/Tschechien, gest. 2014 bei Berlin/Deutschland) studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und lehrte an der Hochschule der Künste Berlin . Film, Spielfilme, Essayfilme, Dokumentarfilme, Video, Videoinstallationen

http://www.harunfarocki.de/home.html

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Der Filmemacher Harun Farocki studierte Theaterwissenschaften, Soziologie, Publizistik und Film. Während des Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin wurde er 1968 aus politischen Gründen relegiert. Schon seine ersten Arbeiten "Die Worte des Vorsitzenden" (1967) oder "Nicht löschbares Feuer" (1969) erregten Aufsehen und sorgten für zwiespältige Meinungen. Motiviert von der Vorstellung, die ganze Welt müsse sich anders organisieren, drehte Farocki mit einfachen Mitteln didaktische Essays über politische Ökonomie. Dokumentarisch und analytisch verwendet er etliche Themen, wie z. B. Kriegsdenkmäler, Nachrichtenbilder, Konzentrationslager, Fußballspiele oder Motive aus der Filmgeschichte. Die Verfremdung der bekannten Motive und die Verunsicherung, die dadurch aufkommt, bilden den Kerngedanken in seinem Schaffen. In seinem Film "Zwischen zwei Kriegen" von 1978 kritisierte Farocki den Kapitalismus durch die Darstellung einer perfekt entwickelten Maschine, die so lange läuft bis sie sich endgültig selbst zerstört. Auf der Dokumenta 12 im Jahr 2007 zeigt Farocki seine Medieninstallation "Deep Play" mit diversen Perspektiven des Fußball-WM-Endspiels von 2006. In Form von Tableaus mit Bildern und Filmsequenzen und netzartigen animierten Verbindungslinien soll die Vielfalt an Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungskonsequenzen des Einzelnen verdeutlicht werden.

Alexandra Fuchs, kunstaspekte 2011

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