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highlights

Nam June Paik
11.09.10-21.11.10
Museum Kunst Palast, Düsseldorf

Nam June Paik verband in seiner Arbeit scheinbar paradoxe Phänomene. Er hat die Grenzen der Kunst auf vielen verschiedenen Ebenen verschoben und mit seiner Arbeit immer wieder „neue Bewusstseinszustände“ initiiert. Kunst als permanentes Experiment, als Collage heterogener Stränge, die gesellschaftliche, politische, technologische und ökonomische Prozesse hinterfragt, stand bei Paik stets im Zentrum. Das Spektrum der Schau reicht von Musik über (Fluxus-) Aktion und Performance hin zu medialen Arbeiten. Im Rahmen von Fluxus, dem internationalen Sammelbecken progressiver künstlerischer Kräfte im Zwischenbereich von Musik, Theater, Literatur und bildender Kunst, spielte Paik bis Mitte der 1960er Jahre nicht nur als Mit-Akteur, sondern auch als Organisator, Co-Regisseur von Fluxus-Gründer George Maciunas und als Kommunikator eine zentrale Rolle. Paiks lebenslange Verbundenheit mit Joseph Beuys, mit dem er einige beeindruckende Konzerte/Aktionen aufführte, geht auf jene frühe Fluxus-Zeit zurück.
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Louise Bourgeois. Skulpturen und Zeichnungen.
04.09.10-21.11.10
Städtische Museen Jena

Keine andere Künstlerin verarbeitete kindliche Traumata und weibliches Rollenverständnis, Ängste und geheime Wünsche so obsessiv wie Louise Bourgeois. "Mein Vater redete pausenlos. Ich hatte nie Gelegenheit etwas zu sagen. Da habe ich angefangen, aus Brot kleine Sachen zu formen. Wenn jemand immer redet und es sehr weh tut, was die Person sagt, dann kann man sich so ablenken. Diese Figuren waren meine ersten Skulpturen, und sie repräsentieren eine Flucht vor etwas, was ich nicht hören wollte. Es war eine Flucht vor meinem Vater. Ich vergebe nicht und ich vergesse nicht. Das ist das Motto, das meine Arbeit nährt." Im Jahr 1974 vollendete Bourgeois die Installation "The Destruction of the Father" und stellt sie in New York aus. Mit dieser Ausstellung setzte die eigentliche Rezeption ihres Werkes ein. Die Ausstellung in Jena zeigt vor allem frühe Arbeiten von Louise Bourgeois, darunter "Personnages" und entsprechende Papierarbeiten.
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Tim Etchells: Fog Game
04.09.10-21.11.10
Künstlerhaus Bremen

Für die Ausstellung im Künstlerhaus Bremen hat Tim Etchells vier neue, z.T. sprachbasierte Werke entwickelt. Sie widmen sich dem Thema Zukunft und jedes der ausgestellten Werke spiegelt das menschliche Verlangen wider, das Kommende zu kennen und sich auf das, was es bringt, vorzubereiten. Die Wandarbeit aus Neonbuchstaben Will Be konfrontiert den Betrachter zunächst mit einem Schriftbild aus rätselhaft angeordneten Buchstaben. Wendet er sich aber um, kann er den Zusammenhang und Inhalt des Werkes erschließen. Der Schriftzug the future will be confusing wird getreu seiner Aussage auf einer Wand zerlegt und in ein Chaos überführt und gegenüber sinnstiftend zusammengeführt. Tim Etchells erschafft auf diese Weise zwei völlig unterschiedliche Versionen des gleichen Textes und der Realität, ein Vorher und ein Nachher, die miteinander korrespondieren.
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Ana Torfs: ALBUM/TRACKS B
03.09.10-12.12.10
Generali Foundation, Wien

ALBUM/TRACKS A und B bieten den ersten Überblick über das gesamte Werk der in Brüssel lebenden Künstlerin Ana Torfs, wobei die Ausstellungen in K21 in Düsseldorf und in der Generali Foundation einander ergänzen. Während an beiden Stationen jeweils eine etwas anders gewichtete Zusammenstellung früherer Arbeiten zu sehen ist, werden die neuen fotografischen Serien Family Plot #1 und #2 sowie Legend erstmals gezeigt. Family Plot widmet sich der Thematik der botanischen Nomenklatur von Carl von Linné und geht den Verästelungen der Geschichte der Botanik und der Kolonisierung nach. Torfs versteht dieses „elitäre“ Benennungssystem der weltweiten Flora als „sprachlichen Imperialismus“, den sie mithilfe gefundener Portraits, historischer Karten und weiteren Archivmaterials nachzeichnet.
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Wolfgang Hambrecht: PALENQUE-RUINAS
03.09.10-29.10.10
Maxhaus Düsseldorf

Das Werk des Düsseldorfer Malers Wolfgang Hambrecht thematisiert auf sehr unterschiedliche Weise den Vorgang des Malens und die Entwicklung und Bedeutung von Malerei. Auf der Spur seines Pinselstrichs wird der Betrachter unversehens in räumliche Bildwelten oder haptisch - sinnliche Oberflächenstrukturen hineingezogen, seien sie abstrakt oder figurativ. Aus wild gestischen Anfängen entwickelt Hambrecht in der Folgezeit kontrolliertere, durchkomponierte Bildentwürfe, in denen sich auf pastosen Farbflächen das Gestische des frei laufenden Pinsels gleichwohl weiter behauptet. In dieser Phase findet man eine Kombination informeller Linearität, plastisch modellierter abstrakter Formen und geometrischer Chiffren. Vor buntfarbigen Bildgründen tauchen allmählich Piktogramme und Gegenstände auf. Solche Bildelemente bringen – erst beiläufig, dann stärker akzentuiert – Realitätswert und Zeitlichkeit gegenständlicher Malerei in vormals rein abstrakte Bilder. ... (C. Pöggeler)
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Das Verlangen nach Form. Neoconcretismo und zeitgenössische Kunst aus Brasilien
03.09.10-07.11.10
Akademie der Künste, Berlin

Die Ausstellung verbindet einen Überblick über die äußerst lebendige brasilianische Kunstszene der 1950er Jahre mit Werken zeitgenössischer brasilianischer Künstler. Im Zentrum steht der Neoconcretismo, die neue, geometrisch abstrakte Formensprache in Malerei, Skulptur und Design, die zusammen mit der Architektur Oskar Niemeyers, dem Bossa Nova und dem Cinema Novo Ende der 1950er Jahre zur Brasilianischen Moderne führte. Zu sehen sind Werke der prägenden Repräsentanten dieser Zeit, wie etwa Hélio Oiticica, Lygia Clark, Lygia Pape, Ivan Serpa, Aluisio Carvao, Amilcar de Castro und Franz Weissmann. Installationen, Skulpturen und filmische Arbeiten von Künstlern wie Iole de Freitas, Waltercio Caldas und Carla Guagliardi geben einen Einblick in das Weiterleben des Neoconcretismo im aktuellen Kunstschaffen Brasiliens.
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Monica Bonvicini: Both Ends
28.08.10-14.11.10
Kunsthalle Fridericianum, Kassel

Monica Bonvicini wirft in ihrer Kunst Fragen nach Gender- und Machtverhältnissen in unterschiedlichsten Kontexten auf. Im Zentrum stehen dabei die Bereiche Architektur und öffentlicher Raum, Berufswelt, Sexualität sowie Politik und Repräsentation, deren enge Verknüpfungen sie offen legt. Die Künstlerin untersucht öffentliche und private Räume auf ihre innere Logik, prüft die Wechselbeziehung von physischem und sozialem Raum und dekonstruiert das Verhältnis von Funktion, Adressat und Ästhetik in der Architektur. Das identitätsstiftende Moment in der Wahrnehmung des den Menschen umgebenden Raumes spielt dabei eine zentrale Rolle. Gebäude sowie urbane und suburbane Infrastruktur zeigen sich in Bonvicinis Augen keineswegs neutral, sondern im Gegenteil obsessiv, politisch-ideologisch und sexualisiert.
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Tales of Resistance and Change. Artists from Argentina
20.08.10-31.10.10
Kunstverein Frankfurt

"Nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2001", erklärt der Kurator der Ausstellung Rodrigo Alonso, "widmeten sich viele argentinische Künstler der Hinterfragung ihrer Lebensrealitäten, indem sie beispielsweise kritische Praktiken wiederbelebten, die in der vorangegangenen, neoliberal geprägten Zeit in Vergessenheit geraten waren. Während einige mit politischer Militanz interagierten, näherten sich andere verschiedenen Kommunen an oder initiierten Projekte sozialer Teilhabe mit besonders von der Wirtschaftskrise betroffenen Sektoren der Gesellschaft". Die Ausstellung vereint mit den gezeigten Projekten eine große Vielfalt kultureller und sozialer Situationen, die oft die Grenzbereiche der Kunst ausloten. Sie gewährt auf diese Weise einen exemplarischen aber konzentrierten Einblick in die noch wenig bekannte argentinische Kunstproduktion.
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Helmut Schweizer: Laboratorium 1969-2010
15.08.10-07.11.10
Städtische Galerie Wolfsburg

In der Reihe “Trouvaille“ widmet sich die Städtische Galerie Wolfsburg dem maßgeblichen Werk von Künstlern der Sammlung, die wichtige Impulse gegeben haben, aber im aktuellen Ausstellungsgeschehen weniger vertreten sind. So zeigt die Ausstellung von Helmut Schweizer erstmals in einem Überblick Arbeiten aus dem Werk des in Düsseldorf lebenden Künstlers, die seit 1969 entstanden sind. Ausgehend von einem offenen und multimedialen Kunstbegriff, der sich in der geistesverwandtschaftlichen Nähe zur gesellschaftlich-kritischen und konzeptuell geprägten Kunst befindet, wie sie sich seit den 1960er Jahren exemplarisch mit dem Werk von Joseph Beuys oder Bruce Nauman in der Gegenwartskunst entwickelt, beinhaltet das Werk von Helmut Schweizer nach Anfängen im Bereich der Installations- und Aktionskunst, Filmen und konzeptuellen Fotoserien (z.B. „Handlungen–Erinnerungen“) bis heute ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Medien und experimentellen Formfindungen.
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LEBENSZEICHEN - Altes Wissen in der zeitgenössischen Kunst
14.08.10-21.11.10
Kunstmuseum Luzern

Imagination, Abstraktion, Narration: Von ihren Ursprüngen im Paläolithikum bis ins heutige 21. Jahrhundert setzt sich die Kunst mit den grossen Lebensfragen auseinander. Es mag paradox anmuten, aber die bildende Kunst ist besonders geeignet, immaterielle Güter wie Prinzipien oder Werte fassbar und begreifbar zu machen. Diese werden zum Einen mittels figürlichen Bilderfindungen, beispielsweise in Form von (göttlichen oder dämonischen) Personifikationen, imaginiert. Ein anderes traditionelles künstlerisches Stilmittel ist die Reduktion. Sie bündelt komplexe Gegebenheiten in einfache, abstrakte oder ornamentale Formen. Schliesslich gibt es den zeitlosen kulturellen Ausdruck der Narration, der in Geschichten, Mythen und Ritualen weitergegeben wird und auch einen performativen Charakter aufweist. Diese drei künstlerischen Prinzipien bestimmen die Struktur der Ausstellungsdramaturgie mit.
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Dellbrügge & de Moll: Guerre en forme
06.08.10-26.09.10
Kunstpalais Stadt Erlangen

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verödete Erlangen. Einen neuen Impuls gab erst die Gründung der Neustadt 1686, die mit dem zeittypischen Guerre en Forme (Kabinettskrieg) die abgezirkelte Geometrie und die Überzeugung der Planbarkeit von Prozessen gemein hatte. Das ist die kontextbezogene Folie der Ausstellung, vor der aus Dellbrügge & de Moll Paradigmenwechsel von öffentlichem Raum, sowie Möglichkeiten der Aneignung und Nutzung urbaner Territorien betrachten. Die titelgebende zentrale Arbeit bezieht sich auf den Grundriss der Planstadt Erlangen. Sie nutzt ihn als Feld für choreographische Notationen und zirkelt ein mögliches Spielfeld für Auseinandersetzungen ab. Die Künstler entwickeln Planspiele zum Städtebau, Szenarien zur Besetzung von Orten, Strategien der (Um-)Ettikettierung und Umnutzung von Raum und diskutieren die Rollen von Bewohnern und Publikum als Akteuren der polis.
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Mona Hatoum - Käthe-Kollwitz-Preis 2010
31.07.10-05.09.10
Akademie der Künste, Berlin

Mit dem Käthe-Kollwitz-Preis 2010 würdigt die Akademie der Künste das vielfältige und umfassende Werk Mona Hatoums, in dem der zwischen Gewalt, Macht und Verletzlichkeit stehende menschliche Körper den zentralen Bezugspunkt einnimmt. Mona Hatoum formuliert bereits in ihren frühen Performances eine konsequent bis heute verfolgte Formensprache, die sich aus der Minimal Art und der Konzeptkunst entwickelt hat. Die in Beirut aufgewachsene Künstlerin integriert in ihre Arbeiten von Anbeginn politische Inhalte und persönliche Erfahrungswerte, die als Referenz auf ihre Wurzeln im Nahen Osten und auf die 35 verbrachten Lebensjahre in Westeuropa zu verstehen sind. Von Performances und Videoarbeiten ausgehend wendet sie sich seit den 1990er Jahren raumgreifenden Installationen und zunehmend skulpturalen Arbeiten zu, in die der Betrachter aktiv einbezogen wird.
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Jana Gunstheimer - Ich bin ein Schwein. Macht mich heilig
24.07.10-29.09.10
Galerie im Taxispalais, Innsbruck

Im Stil der Dokufiktion entwirft Jana Gunstheimer Parallelwelten und persifliert gesellschaftliche Zustände, die im Spannungsverhältnis von Reality Soaps wie Big Brother und Überwachungs- und Disziplinierungsmaßnahmen der Gesellschaft zwar unheimlich und abschreckend aber doch nicht unmöglich scheinen. In ihrer Arbeit Heiligsprechung stellt sie ein Projekt der österreichischen Bundesregierung vor, die 1976 eine Staatliche Behörde zur Kanonisation einrichtete, in Anlehnung an die katholische, kirchenrechtliche Heiligsprechung. Österreichische Bürger konnten bei dieser Behörde für einen beträchtlichen finanziellen Beitrag die „Heiligsprechung“ für sich oder auch andere beantragen. Persönliche Eitelkeiten, religiöser Fanatismus und andere Beweggründe veranlassten die Bewerber dazu, sich dem Eignungsverfahren zu unterziehen, das tief in die Privatsphäre eingriff und einem dubiosen staatlichen Voyeurismus unterlag.
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Thomas Schütte: Big Buildings - Modelle und Ansichten
15.07.10-01.11.10
Kunst- und Ausstellungshalle, Bonn

Seit den frühen 1980er Jahren hat Thomas Schütte an architektonischen Modellen und Skizzen gearbeitet. Modelle und Ansichten für Häuser, für Wohn- und Arbeitsgebäude, öffentliche Plätze, Studios, Grabmäler, bühnenartige Inszenierungen und utopisch wirkende, architektonische Ensemble sind entstanden. Meistens stehen sie, mit maßstäblichen Angaben versehen oder von kleinen Figuren begleitet, in Relation zu einer Ausführung in größeren Dimensionen. Das Spiel zwischen klein und groß, zwischen Modell und Realisierung, zwischen Kunst als Modell und Modell als Kunst durchzieht das gesamte Werk. „Big Buildings – Modelle und Ansichten“ will diese größte Herausforderung in seinem Werk, die Auseinandersetzung mit der Kunst des Bauens, die latent von Anfang an angelegt war, deutlich machen.
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Sandra Vasquez de la Horra: allein zu Hause
12.07.10-11.11.10
Bonnefantenmuseum, Maastricht

Sandra Vasquez de la Horra hat immer schon gezeichnet. Ihre radikal figurativen Zeichnungen sind niemals „schön“ im klassischen Sinne. Sie besitzen dagegen etwas Rauhes und Direktes, eine Art Dringlichkeit. Sie enthalten zahlreiche persönliche Elemente. Viele ihrer Zeichnungen kombinieren Bild und Schrift, wobei Letztere die Bedeutung des Bildes verändert. Sie verwendet gern große und kleine Großbuchstaben, die sie ohne Beachtung grammatischer Abbruchregeln anordnet, wodurch sie überraschende Wörter mit neuen Bedeutungen schafft. Vásquez de la Horra fügt die Zeichnungen zu großen Wandinstallationen zusammen, die aus bis zu hundert Einzelstücken in verschiedenen Größen bestehen. Die Anordnung ist temporär und wird an den vorhandenen Raum angepasst.
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Dieter Krieg “VERTIKAL, NEGATIV”
10.07.10  
Kunstsaele Berlin

Dieter Krieg spielt in seinem Werk, wie Eduard Beaucamp schreibt, "als der gleichsam intellektuelle Zweig der Pop-Art, der sich vor allem auf den Ahnen Magritte beruft, mit den wechselnden Modalitäten und Differenzen der malerischen Repräsentanz". Die Kunst Dieter Kriegs erscheint auf den ersten Blick wie ein Widerspruch zum Begriff der hohen Kunst und hat doch im Innersten mit ihr zu tun. Wenn man von Understatement im Ästhetischen sprechen kann, dann in Bezug auf diese großformatigen, nur scheinbar überwältigenden Bilder. Eduard Beaucamp:"Interessant sind die Wege, Methoden und Möglichkeiten, die seine Kunst gesucht und erschlossen hat und die zum Weiterdenken auffordern. Dieter Kriegs Werk könnte eine ästhetische Debatte neu eröffnen."
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HYMN TO PAN - Karl Holmqvist, Joachim Koester
09.07.10-05.09.10
Badischer Kunstverein, Karlsruhe

Auch wenn Karl Holmqvist und Joachim Koester mit einer großen Bandbreite von sehr unterschiedlichen Medien und Ausdrucksformen arbeiten, so eint sie das Interesse für die verdrängten und tabuisierten Erfahrungsräume unserer Gesellschaften der Moderne: das Übersinnliche und Okkulte, das Spirituelle und Transzendentale, das sich als gegenkulturelle Spur durch die Geschichte industrieller Rationalisierung und neuzeitlicher Rationalität zieht. Das Interesse der beiden Künstler an den Praktiken des Spirituellen und des Okkulten vollzieht sich dabei weder als Glaubensbekenntnis noch als naive Beschwörung des Irrationalen, sondern zeigt sich vielmehr durch den reflexiven Einsatz ihrer jeweiligen künstlerischen Medien als zugleich spielerisch-nachvollziehende wie auch analytisch-befragende Untersuchung der kulturellen Autorität des Rationalen.
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Guy Ben-Ner: FLYING LESSONS
02.07.10-31.07.10
Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf

Gemeinsam mit seiner Familie dreht Guy Ben-Ner seit 1999 überaus eigenwillige und skurrile Kurzfilme – teils in der heimischen Küche oder im Kinderzimmer produziert, teils in öffentlichen Parks in New York oder sogar bei IKEA aufgenommen. Die Konrad Fischer Galerie präsentiert die beiden neuen Filme von Guy Ben-Ner: If only it was as easy to banish hunger by rubbing the belly as it is to masturbate und Drop the Monkey. Das Roadmovie If only it was... (2009), entstanden als Auftragsarbeit für das Massachusetts Museum of Contemporary Art, handelt von der absurden Beziehung der beiden Protagonisten – Künstler und Museumsdirektor – zueinander und zitiert fast beiläufig berühmte Paar-Gestalten aus der Literatur: Don Quixote und Sancho Pansa, Wladimir und Estragon aus Warten auf Godot, Dante und Vergil aus der Göttlichen Komödie.
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Alexander Calder and Contemporary Art: Form, Balance, Joy
26.06.10-17.10.10
Museum of Contemporary Art, Chicago

Alexander Calder estimated that he created over 2,000 mobiles. He rarely planned a work beforehand, preferring to work directly with the material, cutting, shaping, balancing, and counterbalancing as he went along. Calder's mobiles take a number of forms: the stationary Little Face (c.1943) with its movable features; familiar hanging mobiles such as Blue among Yellow and Red (1963); and standing mobiles like the figurative Chat-Mobile (Cat Mobile) (1966) and the more abstract Snowflakes and Red Stop (1964). This exhibition is an opportunity to see the work of Calder anew, through the eyes of contemporary artists who explore structure and balance, in many cases handcrafting their materials into expressive artworks. The seven contemporary artists have groupings of one to four works each, depending on the size and scale of their work.
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Hans-Peter Feldmann
19.06.10-22.08.10
Kunsthalle Düsseldorf

Seit den 1970er Jahren sammelt, archiviert und arrangiert Hans-Peter Feldmann Alltagsgegenstände und Fotografien, die er selbst aufgenommen oder in Fotoalben, Zeitungen und Zeitschriften gefunden hat. Scheinbar banale Motive bilden das bunte Repertoire seiner spielerischen Arbeit. Abbildungen von Schuhen, Sonnenuntergängen, Frauenknien oder Porträts löst er aus ihrem ursprünglichen Kontext heraus, um sie nach festgelegten Kriterien neu zusammenzustellen. In Serien angeordnet verweisen die Bilder auf eine Welt, die hinter dem Dargestellten liegt und konstruieren Geschichten, die sowohl kollektive als auch persönliche Erinnerungen katalysieren. Dadurch bieten sie dem Betrachter immer auch die Möglichkeit zur individuellen Identifikation. Durch die Allgegenwärtigkeit von Reproduktionen tritt Feldmanns Autorschaft hinter seinen Werken zurück, die er weder signiert noch limitiert.
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Lotte Lindner und Till Steinbrenner "we don´t trust you"
19.06.10-01.08.10
Kunstverein Oldenburg

Die künstlerischen Arbeiten von Lotte Lindner & Till Steinbrenner bewegen sich zwischen den Kategorien Performance, Installation und Skulptur. Dabei sind sie stets Resultate einer intensiven Auseinandersetzung mit dem konkreten Ort, an dem sie ausgeführt oder gezeigt werden. Auf Basis dessen, was sie im Alltag wahrnehmen und erfahren, entwickeln die Künstler Arbeiten und Projekte, die auf unterschiedlichste Art und Weise Grenzziehungen, gesellschaftliche Normen und Problemfelder berühren und sich dabei weniger mit rein ästhetischen als vielmehr mit kommunikativen und sozialen Aspekten beschäftigen. Die Kunst von Lotte Lindner & Till Steinbrenner konfrontiert ihre Rezipienten mit sorgsam inszenierten Situationen, die menschliche und gesellschaftlich vorherrschende Vorstellungen oder auch Barrieren aufzeigen, hinterfragen, durchdringen und überschreiten." (Andreas Prinzing).
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Christopher Williams: For Example: Dix-Huit Leçons Sur La Société Industrielle
12.06.10-29.08.10
Kunsthalle Baden-Baden

Wie für viele andere Künstler seiner Generation ist für Christopher Williams die Frage nach der Bedeutung des Bildes in unserer von Medien geprägten Gesellschaft von zentralem Interesse. In welcher Weise diese ästhetischen Konventionen und deren Vermittlung auf unser Verständnis von Realität wirken, untersucht er in Installationen, Performances und Videos, vor allem aber in Fotografien. Williams greift zumeist auf bereits bestehende Bilder zurück und nimmt Anleihen aus Kultur, Werbung oder Film. Dem subjektiven Akt der Bildfindung folgt durch das Abtreten der Autorschaft an professionelle Werbe- oder Modefotografen dann der Versuch, ein möglichst objektives Bild zu schaffen. Sachlich distanziert und vor einem neutralen Hintergrund im Bild isoliert, werden diese Aufnahmen von Tieren, Pflanzen, Industrieprodukten, modernistischen Architekturen und Menschen bei größter Arkribie umgesetzt. Im Gegensatz jedoch zu der technisch wie ästhetisch auf Perfektion zielenden Werbefotografie sind sie oft mit kleinen, kaum wahrnehmbaren Makeln oder Störmomenten behaftet.
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11. Triennale Kleinplastik. LARGER THAN LIFE - STRANGER THAN FICTION
12.06.10-11.10.10
Triennale Kleinplastik Fellbach

Angesichts unserer globalen und komplexen Lebenswelt gewähren kleinformatige und kleinmaßstäbliche Kunstwerke einen zugespitzten, da verknappten und zugleich konzentrierten Blick auf die Realität. Verbinden sich mit dem kleinen Format zuweilen kindliches Staunen oder 'Heile Welt- Gedanken', kontrastiert in den ausgewählten Positionen Spielerisches und Kurioses mit drastischen Darstellungen kollektiver wie individueller Abgründe. Larger Than Life - Stranger Than Fiction zeigt den Menschen in seinem Lebensumfeld, den multiplen sozialen und inneren Beziehungsgefügen, deren Fragilität vor allem in Brüchen und Widersprüchen zutage tritt. Ausgehend von einer äußeren Sicht auf das Menschsein arbeitet sich die Ausstellung von der Welt als Ganzem über die Natur, urbane Lebenswelten und ihre Bewohner bis zu verborgenen Innenwelten vor.
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Olaf Nicolai: faites le travail qu’accomplit le soleil
11.06.10-22.08.10
Kestner Gesellschaft, Hannover

Olaf Nicolai steht in der Tradition der Konzeptkunst, die das Verhältnis von Idee und Bild oder von Idee und Objekt überprüft. Durch seine Ausstellungen zieht sich meist ein bestimmter Gedanke wie ein roter Faden; die einzelnen Werke machen dessen verschiedene Facetten sichtbar. Der Titel der Ausstellung Faites le travail qu’accomplit le soleil verknüpft scheinbar Gegensätzliches: Übersetzt lautet er »Ihr müsst die Arbeit tun, die die Sonne leistet«. Welche Arbeit ist hier gemeint? Das Leuchten? Die wärmende Wirkung? Wie lassen sich diese Effekte überhaupt als Arbeit verstehen? Es gibt in Olaf Nicolais Ausstellung keine Erklärung, wie eine solche Verbindung von Natur (Sonne) und Künstlichkeit (Arbeit) zu verstehen ist – unkommentiert bleibt die Aufforderung stehen, leitet den Ausstellungsbesuch ein und begleitet ihn.
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Wallace Berman: Verifax
11.06.10-24.07.10
Anne Mosseri-Marlio Galerie, Zürich

In den sechziger Jahren entwickelte sich Wallace Berman zu einem charismatischen Führer der kalifornischen Beat-Generation. " ... If there was a guru, he was it - the high priest, the holy man, the rabbi." So beschrieb ihn Dennis Hopper, der die Beat-Szene fotografisch porträtierte. Berman kreierte eine neue Form der Collage, in der sich Populär-Kultur, Tradition, Politik und Symbolik zur mystischen Botschaft verbinden. Er experimentierte mit einer Art von Fotokopierern, den sog. Verifax-Geräten, und verband dabei drei Techniken: Fotografie, Collage und Druck. Zu sehen ist jeweils eine Hand, die ein Transistorradio hält. Die rechteckige Fläche des Lautsprechers ist auf jeder Collage durch ein Bild ersetzt. Vom Starfighter bis zum Eishockey-Spieler spiegelt sie das, was Berman durch den Äther fliessen sah. Die Hand, die das Kleinradio hält, wird zur Projektionsfläche für die Welt.
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