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Sometimes the class struggle is the struggle of an image against another image and of one sound against another sound. (Godard)

Nach seinem Besuch in Mexiko in den 30er Jahren plante der sowjetische Avantgardefilmer Sergei M. Eisenstein die Verfilmung von Karl Marx’ Das Kapital. Das Projekt wurde nie realisiert, doch was davon blieb, sind Eisensteins Notizen zu einem Film über das Kapital, in denen er seine Methode der „intellektuellen Montage“ definierte – ein Konflikt der Bilder als radikaler Versuch der Visualisierung eines abstrakten Begriffs mit dem Ziel der direkten Provokation dialektischen Denkens im Publikum. Milica Tomic´ greift Eisensteins Gedanken wieder auf, stellt dessen revolutionäre Ästhetik jedoch in Relation zur heutigen Welt des Grenzen überschreitenden Triumphs des Kapitalismus. Für ihren Film wurden angesehene Bürger aus San Antonio/Texas gebeten, Passagen aus Karl Marx’ Kapital zu lesen und diese dann vor der Kamera zu rezitieren. Die Umgebung, in der diese Repräsentanten der amerikanischen Gesellschaft und damit des weltweit am meisten entwickelten kapitalistischen Systems aufgenommen wurden, ist die Umgebung ihrer Wahl, durch die sie sich am besten repräsentiert fühlen.

Presestext

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Milica Tomic: Reading Capital