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Mahjong


13.06.05-16.10.05

Kunstmuseum Bern
Hodlerstraße 8–12
CH-3000 Bern
Schweiz
info@kunstmuseumbern.ch
homepage


Mahjong
Chinesische Gegenwartskunst aus der Sammlung Sigg
Kuratoren: Bernhard Fibicher, Ai Wei Wei
Ort: Kunstmuseum Bern und Holderbank Aargau für grossformatige Werke

KünstlerInnen: Ai Weiwei, Bai Yiluo, Cao Fei, Chang Qing, Chang Xugong, Chen Guangwu, Chen Lingyang, Chen Shaoxiong, Chen Wenbo, Chen Xiaoyun, Chen Zaiyan, Ding Yi, Dong Wensheng, Du Jie, Fang Lijun, Feng Mengbo, Fu Hong, Gao Brothers , Geng Jianyi, Gu Dexin, Wenda Gu, Gu Xiaoping, Guang Tingbo, Guo Wei, Hai Bo, He An , He Yuncheng, Hong Hao, Hong Lei, Huang Yan, Huang Yong Ping, Ji Dachun, Jiang Zhi, Jin Feng, Jin Jiangbo, Kan Xuan, Li Shan, Li Songsong, Li Wen, Li Yongbin, Li Zhanyang, Liang Shaoji, Lin Yilin, Lin Tianmiao, Liu Jianhua, Liu Rentao, Liu Wei, Liu Xiadong, Liu Ye, Liu Zheng, Lu Hao, Lu Qing, Luo Brothers, Luo Hui, Ma Desheng, Ma Liuming, Mao Yan, Meng Huang, Miao Xiaochun, Pan Dehai, Pu Jie, Qi Zhilong, Qiu Shihua, Qiu Xiaofei, Rong Rong & Inri, Sha Yeya, Shao Yinong & Muchen, Shen Shaomin, Shi Chong, Shi Guorui, Shi Jinsong, Shi Xinning, Shi Jing, Shi Yong, Song Dong, Song Tao, Song Yongping, Sui Jianguo, Sun Guoqi, Sun Yuan & Peng Yu, Wang Du, Wang Guangyi, Wang Jianwei, Wang Jin, Wang Jinsong, Wang Keping, Wang Mai, Wang Ningde, Wang Qiang, Wang Qingsong, Wang Shilong, Wang Xingwei, Wang Yin, Wei Dong, Wei Guangqing, Weng Fen, Wu Yunhua, Xia Xiaoyuan, Xiang Li Qing, Xiao Yu, Xie Nanxing, Xu Bing, Xu Yihui, Xu Zhen, Xue Song, Yan Lei, Yang Maoyuan, Yang Mian, Yan Peiming, Yang Shaobin, Yang Zhenzhong, Yin Xiuzhen, Yin Zhaoyang, Yu Youhan, Yuan Xiao Fang, Yue Minjun, Zeng Fanzhi, Zhan Wang, Zhang Huan, Zhang Peili, Zhang Xiaogang, Zhao Bandi, Zhao Nengzhi, Zheng Guogu, Zhou Changjiang, Zhou Tiehai, Zhou Xiaohu, Zhu Fadong, Zhuang Hui

Stationen:
21.07.07 - 11.11.07 Museum der Moderne Salzburg
15.09.06 - 28.01.07 Kunsthalle Hamburg
13.06.05 - 16.10.05 Kunstmuseum Bern


Pressetext:

Die neue chinesische Kunst

Seit dem Beginn der Reformpolitik der Ära nach Mao 1979 hat sich in China innert kurzer Zeit trotz der weiterhin schwierigen Bedingungen für die unabhängige Kunstproduktion eine äusserst vielfältige und dynamische Szene entwickelt, die in den letzten Jahren auch im Westen grosse Aufmerksamkeit gefunden hat.

Die chinesischen Künstlerinnen und Künstler haben dabei rasch Anschluss an die internationale Kunstszene gefunden und bedienen sich in virtuoser Weise der im Westen entwickelten Medien, Techniken und Ausdrucksmittel. Die spezifisch chinesischen Wurzeln – die vormoderne Tradition einerseits und der bis in die späten siebziger Jahre von der KP vorgeschriebene sozialistische Realismus andererseits – sind jedoch in vielen Arbeiten spürbar; so ist im Vergleich zur Westkunst etwa der hohe Stellenwert der figurativen Malerei charakteristisch. Manche Künstler setzen sich bewusst mit ihrer nationalen Identität auseinander, indem sie Techniken und Formensprache der traditionellen chinesischen Kunst aufgreifen und in einen neuen Kontext stellen. Ein anderes wichtiges Thema ist die parodierende oder reflektierende Verarbeitung der westlichen Kunst und Kunstgeschichte aus chinesischer Perspektive. Vor allem aber ist die chinesische Avantgardekunst vor dem Hintergrund der enormen sozialen und ökonomischen Umwälzungen zu sehen, die das Land in den vergangenen Jahrzehnten durchgemacht hat; zahlreiche Werke reflektieren insbesondere die Spannung zwischen den offiziell nach wie vor gültigen sozialistischen Idealen und dem durch die kapitalistischen Reformen freigesetzten Konsumismus.


Uli Sigg und seine Sammlung

Der Schweizer Uli Sigg, Vizedirektor des Verwaltungsrats der Ringier-Gruppe, ist seit den späten siebziger Jahren mit China und seiner Kultur vertraut. 1980 war er an der Gründung des ersten Joint-Venture-Unternehmens zwischen China und einer westlichen Firma (Schindler) beteiligt; 1995–98 war er Schweizer Botschafter in Peking. Auch heute ist Sigg weiterhin in verschiedenen Bereichen in China tätig, das er rund sechs- bis achtmal jährlich besucht.

Seit Mitte der neunziger Jahre sammelt Uli Sigg zusammen mit seiner Frau Rita ausschliesslich chinesische Kunst und ist damit einer der Pioniere auf diesem Gebiet. Nachdem er zunächst nur aktuelle Arbeiten erworben hatte, begann er seine Sammlertätigkeit bald auf die „historischen“ Werke der Avantgarde aus den achtziger und frühen neunziger Jahren auszudehnen. Entstanden ist so eine Sammlung chinesischer Gegenwartskunst, die an Umfang und Niveau weltweit ihresgleichen sucht. Alle wichtigen Positionen sind mit zentralen Arbeiten dokumentiert; darunter befinden sich viele Werke, die in der chinesischen Kunstszene mittlerweile den Status von Ikonen besitzen.

Zusätzlich hat Sigg auch eine Reihe von herausragenden Gemälden des sozialistischen Realismus sowie die weltweit grösste Sammlung an Propagandapostern und volkstümlichen Holzschnitten aus der Zeit der Kulturrevolution (1966-76) zusammengetragen. Diese Bildwelt ist in der “cleaning out“-Phase der Nach-Mao-Ära weitgehend aus dem Verkehr gezogen worden und in Vergessenheit geraten; sie hat jedoch die meisten zeitgenössischen Künstler in ihrer Jugend entscheidend geprägt und ist deshalb für das Verständnis ihrer Ästhetik und visuellen Strategien von grundlegender Bedeutung.

Über seine Sammlungstätigkeit hinaus spielt Sigg für die chinesische Kunst eine wichtige Rolle als Vermittler, Förderer und Mäzen der Künstler, die auf dem noch wenig entwickelten chinesischen Kunstmarkt stark vom Interesse der westlichen Käufer abhängig sind. 1998 gründete er mit dem alle zwei Jahre von einer internationalen Jury vergebenen Chinese Contemporary Art Award den ersten Förderpreis für chinesische Kunst. Auch der Kurator Harald Szeemann, der durch den Einbezug vieler chinesischer Künstler an den Biennalen 1999 und 2001 entscheidend zur Popularisierung der chinesischen Avantgarde im Westen beitrug, stützte sich dabei stark auf Siggs Kenntnisse der Szene und auch auf Leihgaben aus dessen Sammlung ab. Die Rezeption der chinesischen Gegenwartskunst im Westen ist so in hohem Masse durch den Sammler Sigg und sein sicheres Qualitätsurteil bestimmt.


Die Ausstellung

Die Sammlung Sigg wird im Kunstmuseum Bern erstmals überhaupt in grossem Umfang und in einem repräsentativen Querschnitt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Berner Publikum, das durch mehrere Ausstellungen der Kunsthalle in den letzten Jahren bereits mit einzelnen Positionen der chinesischen Gegenwartskunst vertraut gemacht wurde, erhält damit einen Überblick über ein Vierteljahrhundert chinesischer Avantgarde (1979–2004), der in dieser Dichte und Qualität alles bisher Gesehene übertrifft. Um den Besuchern die Orientierung zu erleichtern, wird die Ausstellung in überschaubare thematische Blöcke gegliedert sein; am Anfang wird dabei eine Auswahl aus der Mao-Propagandakunst stehen, die den Ausgangspunkt der chinesischen Kunst am Ende der siebziger Jahre veranschaulichen soll. Der diachronen Perspektive wird ausserdem eine Sektion mit zentralen Werken aus den achtziger Jahren verpflichtet sein, welche in der bahnbrechenden Ausstellung „China/Avant-Garde“ in der Nationalgalerie Peking im Februar 1989, kurz vor dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz, zu sehen waren und heute geradezu Kultstatus besitzen.
Damit die Ausstellung auch für jene grosse Mehrheit unter den Besuchern verständlich wird, die mit dem künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Kontext der Werke nicht oder kaum vertraut sind, wird sie mit einem der Komplexität der Materie angemessenen didaktischen Apparat ausgestattet sein. Auf diese Weise soll der Besucher idealerweise über die Kunst auch einen Zugang zu Kultur und Leben im modernen China erhalten. Zur Ausstellung wird ausserdem bei Hatje Cantz ein umfangreicher Katalog erscheinen, der neben einem Interview mit dem Sammler, Essais der Kuratoren, Erklärungen und Einzelanalysen der Werke auch allgemeine Einführungen in die soziopolitische sowie die künstlerische Entwicklung Chinas in den letzten drei Jahrzehnten enthalten wird.

Flächenmässig wird die Präsentation der Sammlung Sigg die grösste Ausstellung in der Geschichte des Museums sein: Um diese einmalige Gelegenheit wahrnehmen zu können, werden nämlich grosse Teile der Sammlungspräsentation für die Dauer der Ausstellung abgebaut werden, so dass die Schau den gesamten Erweiterungsbau sowie den grössten Teil des alten Stettler-Baus einnehmen wird. Neben der Einstein-Ausstellung des Historischen Museums und der Eröffnung des Paul-Klee-Zentrums wird die Sammlung Sigg zweifellos das Ereignis des Berner Kunstsommers 2005 sein. Vom internationalen Standpunkt aus betrachtet wird die erstmalige Präsentation der Sammlung mit Gewissheit zu einem Meilenstein in der westlichen Rezeption zeitgenössischer chinesischer Kunst.

Pressetext