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Das Werk Öyvind Fahlströms (1928 - 76) erfährt seit einigen Jahren zunehmende internationale Wertschätzung. Fahlström hatte Konkrete Poesie, Concept und Pop Art auf singuläre Weise verknüpft und ist heute einer der wichtigsten Künstler für die junge Generation. 1997 unterstrich die documenta X die Komplexität und Aktualität seines Oeuvres und schrieb dem Künstler eine Schlüsselfunktion bei der Vorbereitung der Ausstellung zu.

Geboren in Brasilien als Sohn skandinavischer Eltern, war Fahlström ein großer Maler, aber vor allem ein Dichter der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, der auch die visuelle Kunst als linguistische Aktivität betrachtete. Er wuchs auf in Brasilien, verbrachte seine Jugend in Stockholm und lebte als junger Erwachsener in Frankreich, dessen zeitgenössische Kultur er über den Surrealismus kennenlernte. Damals schrieb Fahlström Gedichte, Kunstkritiken und ein Manifest für Konkrete Poesie (1953). 1961 kam Fahlström in die USA. In New York, wo er im früheren Atelier von Robert Rauschenberg arbeitete (im selben Haus wie Jasper Johns) begann er Comics als Vorlagen für seine Bilder zu verwenden.Ab 1962 führte er bewegliche Teile, magnetisch oder mit Scharnieren fixiert, in seine Malerei ein, die so einen additiv veränderbaren Charakter erhielt. Fahlström spielte mit der Gleichzeitigkeit verschiedener Stile und Techniken und wandte sich zunehmend anderen Medien wie Radio, Film und Theater zu. Während der siebziger Jahre entstanden karthographische Szenerien, die immer dichter von handschriftlichen Anmerkungen überzogen wurden. Wichtige Namen und Ereignisse der Weltpolitik der sechziger und siebziger Jahre tauchten in diesen Arbeiten auf, in denen Fahlström die internationalen Mächteverhältnisse der sechziger und siebziger Jahre kommentierte.

Die Ausstellung zeigt die gesamten graphischen Arbeiten Fahlströms (die Mehrzahl Siebdruckreproduktionen seiner Gemälde), sowie Multiples, die zwischen 1954 und 1976 entstanden sind. Aus dem Frühwerk ist das Manifest für Konkrete Poesie sowie die darin veröffentlichte erste Graphik zu sehen. Im Untergeschoß wird Radiopoesie des Künstlers zu hören sein, darunter " Birds in Sweden "(1963) eine Collage aus konkreter Poesie, den Monstersprachen, Musikstücken u.a.Vom Siebdruck-Fries " Opera " (1952/53) bis zu " Masses " (1976) sind Schlüsselwerke des Künstlers zum ersten Mal in Österreich zu sehen. Christine Kintisch

Öyvind Fahlström - The Complete Graphics, Multiples and Sound Works